Kommentierte Bibliographie zu Clara Katharina Pollaczek

Kurz, Stephan

Die Personalbibliografie erschien erstmals 2012 gedruckt als Teil des biografischen Abrisses zu Clara Katharina Pollaczek in der Buchpublikation „A. ist manchmal wie ein kleines Kind“. Clara Katharina Pollaczek und Arthur Schnitzler gehen ins Kino (hrsg. v. Michael Rohrwasser und Stephan Kurz unter Mitarbeit von Daniel Schopper) Wien: Böhlau 2012. Die hier vorgelegte Version wurde von Martin Anton Müller durchgesehen und nicht zuletzt um die bereits zuvor bestehende Linksammlung zu den (2011 noch ohne Volltextsuche aufgefundenen) Tageszeitungsdigitalisaten aus ANNO erweitert sowie von Stephan Kurz nochmals technisch überarbeitet. Es folgt der Einleitungstext von 2012.

Versammelt sind sämtliche auffindbaren Texte der Autorin Clara Katharina Pollaczek in der Reihenfolge ihres Erscheinens und in der hier nachgewiesenen Fassung. Die Suche beschränkte sich im Wesentlichen auf die Neue Freie Presse, wo ein Großteil der in Pollaczeks Arthur Schnitzler und ich erwähnten Texte zwischen 1924 und 1931 erschien.1 Zudem erwies sich die Aufstellung in Karl Woisetschlägers Dissertation als hilfreich.2 Alle dramatischen sowie erzählenden Texte sind in der Folge mit einer kurzen Inhaltsangabe versehen. Den in chronologischer Reihenfolge aufgelisteten Texten wird, wo dies möglich war, der Nachweis von Daten zu ihrer Entstehung angefügt.

1897

  • Fremdenbuch. Verlaine-Übersetzungen. 3

    nicht ermittelbar

  • Mimi. Schattenbilder aus einem Mädchenleben.4 (Pseudonym Bob) Mit einem Prolog von Hugo von Hofmannsthal.

    Eine Folge von mehreren Szenen rund um die Titelfigur Mimi, die von der Initiation in die Gesellschaft (»Im Flügel-Kleide«) und den »Ersten Liebestraum« hin zu diversen Ballgesellschaften (»Loin du Bal«, »Schlüpfrig«), amourösen Plänkeleien mit einem Schriftsteller in einem Ruderboot am nächtlichen Millstättersee (»Sommernachtstraum«) und Heiratsplänen, die mit der Freundin (»Plauderei«) und mit der Mutter (»Haus-Theater«) besprochen werden, bis zu den Folgen der Heirat (»Flügellahm«) reichen.

    Der Prolog ist abgedruckt in Hugo von Hofmannsthal: Gesammelte Werke. Bd. I. Berlin: S. Fischer 1924, S. 46 f.

    »Mimi« ist wieder abgedruckt in:

    Lili Schnitzler liest die »Mimi« auf der Mittelmeerreise mit ihrem Vater im April 1926.5

1902

  • Nietzsche’s Übermensch. Zum Todestage des Philosophen

    In: Pester Lloyd, 49. Jg., Nr. 209, 2.9.1902.

    Würdigung zum 100. Todestag. Pollaczek stellt Nietzsche in eine Reihe mit Goethe, Schopenhauer und vor allem Darwin, dessen Ideen von »Natürlicher Zuchtwahl« und »Anpassung« sie als Grundlagen von Nietzsches Denken vom »Neuen Menschen« begreift.

    Nietzsche’s Übermensch

vor 1908

  • Glückliche Ehe – eine Tragödie in unzähligen Auftritten. [Sketch].

    nicht ermittelbar

    Zurückübersetzt von »Happy Marriage – a Tragedy in Innumerable Parts«.6

1921

  • Foxtrott. [Feuilletonistische Einakter].7

    nicht ermittelbar

    Geschrieben 1921,8 vermutlich im Dezember 1921 an Schnitzler geschickt.

1923

1924

  • Zwei Gedichte aus der Sammlung »Toi et moi« von Paul Géraldy. Autorisierte Übersetzung. Hingabe / Unter der Lampe
    Hingabe / Unter der Lampe
  • Zwei Gedichte aus der Sammlung »Toi et moi« von Paul Géraldy. Autorisierte Übersetzung. Traurigkeit / Entfernung
  • Der Abhang. [Roman]

    Wien, Mitte der 1920er Jahre. Der verwitwete 40jährige Professor Kraßl, ein berühmter Chirurg und Vater einer Tochter, will seine Noch-nicht-Geliebte Helene Barri – die geschiedene Mutter eines 17jährigen Sohnes – in der Sommerfrische besuchen, kommt jedoch zu spät: Die begehrte Frau ist beim Blumenpflücken den titelgebenden Abhang hinabgestürzt. Kraßl findet nur mehr einen Liebesbrief, der ihm bestätigt, wie sehr sie ihn geliebt hat. Erzählt wird in den fünfzehn halbseitigen Folgen vor allem die Geschichte ihres Kennenlernens und Näherkommens, auch vom Tod des »Onkels« von Helene, Hofrat Jannek; die Schilderung in der fünften Folge hat verblüffende Parallelen zu der des Todes des unbenannten Hofrats in Schnitzlers ein Jahr später erscheinender Traumnovelle.

    Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang Der Abhang
  • Die Abschiedsfeier der Sybille Engerth. Erzählung

    Beginn der Arbeit wohl im August 1924.10

1925

  • Seidenstrümpfe. [Einakter], vor 12.1.1925

    nicht ermittelbar

  • Schieber. [Einakter], vor 12.1.1925

    nicht ermittelbar

  • Spaziergang im Mondenschein. Ein Zwiegespräch

    Vgl. jeweils Die Novelle sollte in dramatisierter Form aufgeführt werden (gemeinsam mit Redoute). Schnitzler äußert sich dazu kritisch: »ja man könnte gewissermaßen sagen ›gut geschrieben‹ – aber nicht ebenso ›gut‹ geredet«.11

  • Der ewige Student. Erzählunh

    Eusebius Zack hat mit 32 Jahren sein Studium der Medizin noch immer nicht abgeschlossen, alle Nachhilfeschüler hat er verloren, er mietet sich mit dem Erlös seiner goldenen Uhr für vier Wochen bei der Wäscherin Mila Tunfart ein. Bei diesem Sohn eines Greißlers aus Kemmelbach-Ybbs, der viel lieber das Geschäft des Vaters übernommen hätte, wird die Studien- nie zu einer Bildungsbiographie. Der Vater zwingt ihn – selbst nachdem alle einschließlich Eusebius erkannt haben, daß das Studium nichts für ihn ist – zum Weiterstudieren. Die Wohnungsgeberin hält den Studenten in der Überzeugung aus, er werde sein Studium abschließen. Zack hält um ihre Hand an, sie stellt die Bedingung, er müsse erst den Doktortitel erreichen. Er beginnt wieder zu lernen, es geht voran – am Tag der ersten großen Prüfung trinkt Eusebius sich jedoch literweise Mut an und wird am Weg zur Universität von einem Autobus überfahren: die siebente Fortsetzung ist die Todesfolge.

    Geschrieben vom 12.–17. Januar 1925,12 erwähnt bei Woisetschläger.13 Gelesen von Schnitzler am 23. Jänner 1925 in St. Moritz, der sie für »durchaus gelungen« hält, aber fortfährt: »meinem Geschmack nach nicht besonders interessant Du bist zu wenig darin). – Natürlich lässt sie sich ohneweiteres veröffentlichen (nach Milderung einiger vielleicht zu cruder Details.)«14 Ausführliche inhaltliche und stilistische Kritik in einem vom selben Tag datierenden Brief.15 Replik am 27. Jänner 1925,16 in der Pollaczek von einer Anfrage an Moriz Benedikt bezüglich einer Veröffentlichung in der Neuen Freien Presse berichtet.

    Der ewige Student. Erzählung Der ewige Student. Erzählung Der ewige Student. Erzählung Der ewige Student. Erzählung Der ewige Student. Erzählung Der ewige Student. Erzählung Der ewige Student. Erzählung Der ewige Student. Erzählung
  • An Karin Michaelis. Eine Antwort auf den Artikel: „Das Recht, Mutter zu sein“

    Reaktion auf: Karin Michaelis: Das Recht, Mutter zu sein. In: Neue Freie Presse, 26.7.1925, die darin wiederum das anonym erschienene Buch „Martha Berger – Leben einer Frau“ von Amalie Pirhofer rezensiert.

    An Karin Michaelis: Eine Antwort auf den Artikel: „Das Recht, Mutter zu sein“
  • Schwester Peregrina

    nicht ermittelbar

    Der Titel wird in einem Brief an Schnitzler vom 10. August 1925 genannt und spielt womöglich auf die eigene Wohnadresse an.17

  • Der Tod der Gräfin Anastasia. [Novelle].

    Drei Abschiedsbriefe der Suizidantin Anastasia von Olgossy. Der erste ist an ihre Tochter gerichtet, der sie mitteilt, sie habe sie zugunsten der Enkelin (die nach ihr selbst Anastasia heißt) enterbt – dieser soll eine Liebesheirat mit dem mittellosen Dichter Marquis von Waldorf ermöglicht werden. Im zweiten und umfangreichsten Brief erläutert sie der Enkelin die Gründe für ihren Suizid durch eine Überdosis Morphium und läßt ihr Leben Revue passieren. Der dritte Brief richtet sich an ihren langjährigen Verehrer und Geliebten Oberst von Ringstetten, der sie wegen einer Jüngeren verlassen hatte. Der Oberst erhält den Brief allerdings erst, nachdem er von seiner neuen Flamme einen Korb erhalten hat.

    Begonnen vor dem 16. Oktober 1925 unter dem Titel Anastasia. Moriz Benedikt von der Neuen Freien Presse zeigt sich am 14. Februar 1926 begeistert.18 Gemeinsam mit einer Novelle von Rudolf Jeremias Kreutz in einem Band des Verlags der Neuen Freien Presse wiederveröffentlicht.

    Der Tod der Gräfin Anastasia. Erzählung Der Tod der Gräfin Anastasia. Erzählung Der Tod der Gräfin Anastasia. Erzählung Der Tod der Gräfin Anastasia. Erzählung Der Tod der Gräfin Anastasia. Erzählung Der Tod der Gräfin Anastasia. Erzählung
  • Treppe. Volksstück.

    nicht ermittelbar

    Vgl. und .

1926

  • Redoute. Schauspiel in einem Aufzug

    Wien 1920. Im Theater wird eine Redoute gegeben: »die erste seit dem Krieg«. Streiflichter einer verkommenen Gesellschaft, die sich vergnügungssüchtig über alte Grenzen hinwegsetzt. Unter den maskierten Besuchern spielen sich Szenen der Eifersucht ab, andere verschwinden miteinander in den Logen des Theaters. Es kommt zu einer Familienzusammenführung unter unerwarteten Umständen, Seitensprüngen mit 16jährigen Milliardärstöchtern, Auflösungen langbestehender Verlöbnisse, am Schluß zu einer Verwechslung mit Todesfolge. Neben der verkommenen Nachkriegsgesellschaft thematisiert Pollaczek in ihrem Einakter auch den grassierenden Antisemitismus.

    Erwähnung einer prinzipiellen Veröffentlichungszusage seitens der Neuen Freien Presse am 14. Oktober 1925.19 Telefonat mit Moriz Benedikt, der die Veröffentlichung ankündigt.20

    Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter Redoute. Einakter
  • Abend. [Gedicht].

    In der Neuen Freien Presse auf einer Seite mit einem Gedicht von Bertolt Brecht erschienen. Wieder in Pollaczek, Gedichte der Liebe, S. 16.

    Gedicht Abend
  • Arthur Schnitzler: Mademoiselle Else. Paris: Stock 1926 (= Le Cabinet Cosmopolite 9).

    Übersetzung von Schnitzlers Fräulein Else ins Französische. Pollaczek, die die Rohübersetzung vorgenommen hatte (im Verlag wurde daran noch gefeilt, vermutlich durch Germaine Delamain, der Gattin des Verlegers), bleibt unerwähnt.21

  • Das böse Lächeln

    nicht ermittelbar

    Möglicherweise ein Drehbuch Pollaczeks.22

  • Der Clown.

    nicht ermittelbar

    Entworfen am 4. August 1926.23 Es ist »ein Janningsfilm«24 – Schnitzler dazu in seiner Antwort vom 7. August 1926 aus Adelboden: »Dein Filmsujet ist nicht übel; aber es sind nicht nur gewisse Anklänge an Variété, sondern auch an den ›Mann, der die Ohrfeigen bekam‹, – ich glaube ich sah den Film in Berlin, aber ohne Dich, Chaney (den Du aus dem Operngespenst kennst) spielte die Hauptrolle; einen Clown, der seine Tochter (oder seine Frau?) einem Entführer zu entreissen sucht. –«25

  • Kind der Liebe.

    Der mißgestaltete August ist nach dem Tod seines Vaters der letzte Sproß aus dem alten und steinreichen Geschlecht der Grafen von Rotha. Er gerät in die Fänge einer entfernten, verarmten Cousine. Es kommt zur Heirat. Sie aber betrügt ihn und geht mit einem Liebhaber durch, der ihn zuvor im Duell verwundet. August, der an den Rollwagen gebundene Sonderling, verlegt sich auf die Zucht exotischer Pflanzen. Einen Tag vor seinem frühen Tod heiratet er Maria, die 17jährige Pflegetochter des Gärtnerehepaars, um den Fortbestand des Geschlechts zu sichern (Folge vom 14.9.1926). Der zweite Teil der Erzählung beginnt mit der Aufnahme der jungen Witwe in die Pariser Gesellschaft. Mit einem jungen Maler zeugt sie einen Sohn namens – August. Als der Künstler von der testamentarischen Verfügung des Grafen hört, daß der Reichtum Marias an ihr Alleinbleiben gebunden sei, verschwindet er. Maria heiratet schließlich den Landarzt Karl Lenk, der dem jungen August das Leben gerettet hatte, und fügt sich – dem Testament, aber auch dem Wunsch Lenks gehorchend – in ein bürgerliches Leben.

    Schnitzler liest den Text am 1. Juli 1925 in Südtirol während einer gemeinsamen Reise.26

    Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe Das Kind der Liebe
  • Mädchen für Alles. Novelle.

    Protagonistin der sieben Folgen ist Resi, das gerade aus den Bergen in die Stadt gekommene 17jährige Dienstmädchen der Familie Reinlein. Sie wird von deren gleichaltrigem Sohn, dem Gymnasiasten Max Reinlein jun., geschwängert, als sich dessen Eltern für einen Tag in Brünn aufhalten. Das Dienstmädchen hat nur eine Freundin namens Leni und im Heimatdorf ihren Verehrer Franz Rittler, der ihr rührende Postkarten schreibt. Im siebten Monat (ihres Dienstes und ihrer Schwangerschaft) stürzt sie beim Arbeiten von einer Leiter, gebiert ein totes Kind und stirbt schließlich selbst. In der sechsten Folge findet sich ein innerer Monolog der Sterbenden.

    Mädchen für alles. Novelle Mädchen für alles. Novelle Mädchen für alles. Novelle Mädchen für alles. Novelle Mädchen für alles. Novelle Mädchen für alles. Novelle Mädchen für alles. Novelle Mädchen für alles. Novelle
  • Arthur Schnitzler: Komödie der Verführung. [Französische Übersetzung]

    nicht ermittelbar

    Pollaczek begann mit der Übersetzung im Dezember 1926, jedenfalls ist die Arbeit am 1. Akt dokumentiert.27 Am 22. und 23. April 1927 diktierte sie Frieda Pollak.28

1927

1928

  • Wissen um den Tod. Gedicht

    Die Vertonung von einem Komponisten Hiller wurde am 28. Februar 1931 im Industriehaus uraufgeführt.42 Wieder in Pollaczek, Gedichte der Liebe, S. 27.

    Wissen um den Tod
  • nicht ermittelbar

    Begonnen am 8. November 1927, Abschluß der Korrekturen am 19. Juni 1928 auf einer Salzkammergut-Reise mit Schnitzler.43

  • Der blinde Barspieler. Novelle

    »Neue kleine Novelle« begonnen 22. Juli 1928, beendet am 24. Juli 1928.44

  • Lasttiere. Novelle

    Der Gerichtsadjunkt Dr. Bernhard Gimperling aus Plauen im Vogtland ist mit Familie (seiner Frau Hildegard, 28, und den Kindern Walter, 9, Ilse, 7, und Inge, 5) auf der Zugreise in den Sommerurlaub über München und Villach nach Rienz in Tirol. Er lernt noch im Zugabteil die Sängerin Ludmilla Grobinger und die Fabrikantenwitwe Betty Huber (beide aus Wien) kennen. Es bahnt sich ein Reiseflirt an, dessen Vollzug aber trotz Gelegenheit bei einer gemeinsamen Bergwanderung ohne Familie nicht stattfindet. Nach acht Wochen reist die Familie zurück: Hilde ist wieder schwanger. Thema ist die Eintönigkeit des Familienlebens und die Selbstparallelisierung des Protagonisten mit einem Lasttier.

    Vgl. die Arbeitsnotizen vom 10. und 11. November 192745 – Glückwünsche von der Familie erfolgten am 6. Oktober 1928.46

    Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle Lasttiere. Novelle

1929

1930

  • Ueber Nacht. Novelle

    Julia, eine Dame der besseren Gesellschaft, besucht gemeinsam mit ihrem etwa gleichaltrigen Liebhaber Stephan eine Abendgesellschaft. Als Stephan sich seiner wesentlich jüngeren Sitznachbarin zuwendet, verläßt sie das Fest und eilt durch den Regen nach Hause. Sie beschließt fortan nicht mehr jugendlich erscheinen zu wollen, entsorgt ihre Kleidung, schneidet ihre rotgefärbten Haare und will sich – über Nacht gealtert – mit einem Dasein als alte Dame und Großmutter begnügen.

    Zurückerhalten am 3. Januar 1930.55 Erscheint ab »21.4. Ostermontag […] Gestern Osterbeilage Beginn meiner Novelle ›Ueber Nacht‹«.56

    Über Nacht. Novelle Über Nacht. Novelle Über Nacht. Novelle Über Nacht. Novelle Über Nacht. Novelle Über Nacht. Novelle Über Nacht. Novelle Über Nacht. Novelle Über Nacht. Novelle
  • Internationale Kunstausstellung Karlsbad. [Rezension]

    Wohlwollende Rezension der Ausstellung, die Pollaczek als Nebenprodukt ihres Aufenthalts in Karlsbad im Juli 1930 veröffentlichte.

    Internationale Kunstausstellung Karlsbad
  • Dame. Drama

    Pollaczek veröffentlicht hier nur einen Auszug aus der »Komödie in drei Aufzügen« (der Rest konnte nicht ermittelt werden): Die gutsituierte Präsidentin des Vereins schutzbedürftiger junger Mädchen mit Namen Valentine ist bei einem Spaziergang durch die Vorstadt in ein Gewitter geraten. Sie findet Aufnahme bei der sichtlich armen Poldi in der Blümchengasse, die ihr Gewand trocknet und Tee für sie kocht. Valentine ist freundlich, interessiert und hilfsbereit – bis ihr klar wird, daß sie sich im Haushalt einer Prostituierten befindet. Sie ergreift die Flucht hinaus ins Unwetter – Poldi gibt ihr zornig ihre Spende zurück und ruft ihren Kunden aus dem Nebenzimmer.

    Erwähnt schon 1929,57 angenommen für Neue Freie Presse am 26. Juni 1930,58 zweiter Teil am 5. Oktober 1930 in der Neuen Freien Presse unter Fehldatierung des ersten Teils (»30.9.1930«).59

    Dame. Komödie in drei Aufzügen Dame. Komödie in drei Aufzügen Dame. Komödie in drei Aufzügen Dame. Komödie in drei Aufzügen Dame. Komödie in drei Aufzügen Dame. Komödie in drei Aufzügen

1931

1932

  • Die Kette. [Erzählung]

    Ferdinand Allgeier, der 45jährige erfolgreiche Prokurist einer Textilfirma, ist seit zehn Jahren mit Irene verheiratet, gemeinsam haben sie Söhne namens Franz und Kurt. Ferdinand soll auf Anraten des Hausarztes, der in diesem Anliegen von Irene und Ferdinands bestem Freund Jules unterstützt wird, zur Erholung an den Gardasee fahren. Irenes Weigerung mitzukommen und weitere Indizien lassen Ferdinand vermuten, daß der beste Freund und die Ehefrau ihn betrügen. Er plant, beide in flagranti zu ertappen. Als er sie belauscht und hört, sie müßten ihn unbedingt wegschaffen, schießt er sich eine Kugel in die Brust. Er überlebt nur mehr solange, um zu erkennen, daß seine eifersüchtige Vermutung falsch war. Nach dem Trauerjahr heiraten Jules und Irene dann wirklich.

    Erwähnt bei Woisetschläger.71

    Die Kette. Erzählung Die Kette. Erzählung Die Kette. Erzählung Die Kette. Erzählung Die Kette. Erzählung Die Kette. Erzählung Die Kette. Erzählung Die Kette. Erzählung Die Kette. Erzählung
  • An Arthur Schnitzlers 70. Geburtstag. 15. Mai 1932. [Gedicht]

    Unter dem Titel Geburtstag eines Toten wieder in Pollaczek, Gedichte der Liebe, S. 32.

    An Arthur Schnitzlers 70. Geburtstag . Gedicht

1933

1934

1936

  • Gedichte der Liebe. Wien: Europäischer Verlag 1936

1937

  • Ich seh’ der Stunde ins Gesicht. [Gedicht]
  • Blick aus dem Fenster. [Gedicht]
  • Goethe-Weg, Marienbad 1937. [Gedicht]

1938

  • Paul Géraldy: Du und ich. Deutsche Nachdichtung von Clara Katharina Pollaczek. Wien: Zsolnay 1948

Anmerkungen

1Gerade das Neue Wiener Tagblatt bedürfte noch einer eingehenderen Untersuchung auf Texte von Pollaczek hin – die Ankündigung für den Roman Das Kind der Liebe vom 3. September 1926 verzeichnet: »Die Wiener Schriftstellerin ist unsern Lesern nicht mehr unbekannt, wiederholt schon bot sie Proben ihrer vornehmen und psychologisch feinen Erzählungskunst dar.« Dies läßt auf weitere Texte der Autorin schließen, die dort erschienen sind, aber nicht ermittelt werden konnten.
2Karl Woisetschläger: Die Rezeption neuer Erzählliteratur in der »Neuen Freien Presse« und der »Frankfurter Zeitung« 1918–1933. Wien: Univ. Diss. 1991, S. 370.
3Schnitzler schreibt »Clara las mir ›Fremdenbuch‹ und Verlaine Übersetzung« (Tb 16.7.1897). Vgl. auch CKP I, Beilage nach Bl. 4, 16f.
4Neben »Bob« verwendet Loeb das Pseudonym »Cl. Béol« (die einfache Spiegelung von Loeb) für weitere Texte, die hier nicht nachweisbar sind und auf die die Sekundärliteratur nur unscharf und ohne Nennung von Titeln Bezug nimmt.
5Arthur Schnitzler an Clara Katharina Pollaczek, Brief vom 21. April 1926. In: Dort heißt es: »Lili lässt Dir sehr danken für die ›Mimi‹, die sie mit grossem Vergnügen gelesen hat. Sie findet, dass die jungen Mädchen damals doch nicht anders gewesen sind als jetzt.–«
6Pole, Two Halves of a Life, S. 27.
7Vgl. Farese, Arthur Schnitzler (Anm. 66), S. 240.
9Vgl. Farese, Arthur Schnitzler (Anm. 66), S. 240.
13Woisetschläger, Rezeption neuer Erzählliteratur (Anm. 2), S. 370.
14Arthur Schnitzler an Clara Pollaczek, Karte [?] vom 24. Jänner 1925. In: Hervorhebungen im Original.
15128.
21Karl Zieger: Arthur Schnitzler und der Verlag Stock. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL) 33 (2008), 1, S. 155–170, hier S. 162.
22Vgl. .
26Schnitzler hatte sich zuvor kritisch über den Schluß in seinem Brief vom 19. März 1925 geäußert, wo er schreibt, es klinge »zu sehr nach Zeitungsnotiz« ().
27Vgl.
28Vgl. .
29 Zum erwähnten Film vgl. .
30Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, Brief vom 31. Dezember 1926. In:
31Woisetschläger, Rezeption neuer Erzählliteratur (Anm. 2), S. 370.
32Vgl. In wird nur ein Essen mit Wiegler erwähnt, ohne den Gesprächsinhalt wiederzugeben.
33Vgl.
34 Es handelt sich um einen Tagebucheintrag vom 10. November 1927.
41Arthur Schnitzler an Clara Katharina Pollaczek, Brief vom 13. März 1929. In:
42f.
50Ebd.
54f.
57,
59,
60 „Ich hab die Idee ‚Charlotte Corday‘ zu dramatisieren und bin nun bei der Akt-Einteilung. Ich habe vorher viel über sie gelesen. Herr Heutler schickte mir zu dem Zweck ein sehr gutes Buch von Lamartine das mir viel nützt wenn auch meine Auffassung eine ganz andere ist. Ich seh nämlich in ihr keine Heldin, sondern ein ganz modernes Weib, nach den allgemeinen Begriffen modern, das eben ihrer Zeit voraus ist. Ihre ‚Tat‘ ist die Eitelkeit eine verklärende Rolle zu spielen, Sucht nach Unsterblichkeit, ein bischen Hysterie und naive politische Anschauung. So seh ich sie eigentlich in keinem sympathischen aber doch reizvollen Licht. Was sagst Du dazu?«
62Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, Brief vom 3. Dezember 1927. In:
66Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, Brief vom 14. November 1930. In:
70 (6 Blatt).
71Woisetschläger, Rezeption neuer Erzählliteratur (Anm. 2), S. 370.
72 Schnitzler bekommt das zweite Kapitel am 10. Oktober zu lesen ().
73Ebd.
74Zur Angabe des Erscheinungsjahrs vgl. Der kleine Salon. Szenen und Prosa des Wiener Fin de Siècle. Mit Illustrationen von Gustav Klimt. Hg. von Hansjörg Graf. Stuttgart: Goverts 1970, S. 305.