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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, nach dem 26.8.1931</title><title type="alternative" when-iso="1931-08-27"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp975"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">Von einem im Beit geschriebenem Zettel copiert.</hi>
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Man hat mich ins Leben zurückgezerrt. Wozu? Damit ich noch elender werde.
      <lb n="03"/>Carry hat mir den Magen ausgepumpt, der arme Kerl. Nächstens muss ich es
      <lb n="04"/>schlauer machen. Als Dr. D. mich um acht Uhr Abends anrief (um nach mei¬
      <lb n="05"/>nem Gespräch mit A. zu fragen) sprach ich schon lallend. Ich hatte Angst mich
      <lb n="06"/>nicht zu melden damit nicht jemand besorgt herauseilt, aber D. hat doch et¬
      <lb n="07"/>was gemerkt und seine Frau allarmiert (telefonisch) die gleich herüber¬
      <lb n="08"/>lief ( sie wohnt ja in der Türkensch. Str.) und Carry, der gerade bei ihm
      <lb n="09"/>war (offenbar um über mich und A. zu beraten.) Ich öffnete Anny, die paar
      <lb n="10"/>Minuten später anläutete wenn auch taumelnd sonst hätte sie vielleich die
      <lb n="11"/>Polizei gerufen. Soweit vermochte ich noch zu denken. Sie
      <lb n="12"/>kam zu früh – ich hatte erst 2 Neodorm 9 Alomal und 3 Quadronox genommen.
      <lb n="13"/>das übrige entwand sie meinen Händen. Meine Gelenke sind schwarz davon.
      <lb n="14"/>Und dann kam Carry.
      <lb n="15" type="paragraph-begin"/>Ich lebe nur um noch elender zu werden. Ich bin zu gebrochen um noch etwas zu
      <lb n="16"/>unternehmen. Ich fange auch an, die Aufrichtigkeit des Dr. D. zubezweifeln.
      <lb n="17"/>Etwas stimmt auch <hi rend="underline" n="">da</hi> nicht. Ich bin schon kaum mehr fähig zu denken.
      <lb n="18" type="paragraph-begin"/>Gestern noch sass A. auf meinem Bett, schwur bei allem was ihm heilig ist
      <lb n="19"/>er sei in die Cl. nie verlieb<supplied>t</supplied> gewesen und liebe sie nicht, nichteinmal die ge¬
      <lb n="20"/>wöhnliche Polarität zwischen Mann und Frau existiere zwischen ihnen nicht
      <lb n="21"/>die Spur einer erotischen Atmosphäre – und heute kommt Dr. D. wieder zu mir und
      <lb n="22"/>behauptet A. wolle nur Freundschaft volle Freiheit und keinerlei Verpflichtung
      <lb n="23"/>eine Rechenschaft abzulegen. D. behauptet auch A. habe gesagt, wenn ich in
      <lb n="24"/>sein Privat-Leben einzugreifen versuchen sollte, bringt <hi rend="underline" n="">er</hi> sich um. Ja
      <lb n="25"/>wenn ihm das so wichtig ist, warum giebt er <hi rend="underline" n="">mich</hi> denn dann nicht auf –
      <lb n="26" type="paragraph-begin"/>Das Alles ist doch garnichtmehr zu verstehen. Warum hält man mich? Was will
      <lb n="27"/>man von mir? – Dr. D. sagt ich stehe A. am nächsten, er wolle nicht auf
      <lb n="28"/>mich verzichten und ich müsse in diesen Tagen gesehen haben was ich A. bedeu¬
      <lb n="29"/>te. A. sei krank und diese Conflikte richten ihn zu Grunde. Mein Gott wer
      <lb n="30"/>schafft sie denn? Das <hi rend="underline" n="">wissen</hi> endlich <hi rend="underline" n="">wissen</hi>.
      <lb n="31" type="paragraph-begin"/>Was bleibt mir übrig als kuschen. D. hat mir abgepresst, dass ich A. vorschla¬
      <lb n="32"/>gen soll, dass auch ich keine Rechenschaft mehr ablegen werden und tun kann,</p></div></body></text></TEI>