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                                    ich«</title><title level="a">Aphorismen, Sommer 1931</title><title type="alternative" when-iso="1931-07-01"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp962"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">Aphorismen Sommer 1931</hi>
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Wir sollten uns nicht immer auf unser Wesen oder auf unser Schicksal
      <lb n="03"/>ausreden,– wir können dem einen und dem andern bis zu einem gewissen
      <lb n="04"/>Grad die Macht unseres Willens entgegensetzen. Nur willensschwache
      <lb n="05"/>Menschen unterliegen völlig ihrem Wesen und dem Schicksal.
      <lb n="06" type="paragraph-begin"/>– – – – – – – –
      <lb n="07" type="paragraph-begin"/>Mit Traditionen aufräumen bedeutet noch lange keinen Fortschritt,
      <lb n="08"/>aber oft den Bankrott der eigenen Lebensfähigkeit.
      <lb n="09" type="paragraph-begin"/>– – – – – – – –
      <lb n="10" type="paragraph-begin"/>Schwache Menschen sind meist wehrlos gegen diejenigen, von denen sie
      <lb n="11"/>ausgenützt werden. Ja, sie empfinden sogar etwas wie Bewunderung für
      <lb n="12"/>sie, aber sie sind hart und oft grausam gegen jene, von denen sie
      <lb n="13"/>sich geliebt wissen, denn es ist die einzige Gelegenheit sich Stärke
      <lb n="14"/>vorzutäuschen.
      <lb n="15" type="paragraph-begin"/>– – – – – – – –
      <lb n="16" type="paragraph-begin"/>Kompliziert sein ist oft nichts anderes als es sich leicht
      <lb n="17"/>machen, indem man seine Einstellung zum Leben, zu den Menschen und
      <lb n="18"/>Dingen nach Laune und Bequemlichkeit ändert. Der einfacherere und kla¬
      <lb n="19"/>rere Charakter muss noch lange nicht der ärmere sein – er weiss viel¬
      <lb n="20"/>leicht nur Haltung zu bewahren, wo der andere aus Haltlosigkeit in aller¬
      <lb n="21"/>le Farben schillert, von denen keine einzige waschecht ist.
      <lb n="22" type="paragraph-begin"/>– – – – – – – –</p></div></body></text></TEI>