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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 25.–27. Mai 1931</title><title type="alternative" when-iso="1931-05-25"/><title type="alternative" when-iso="1931-05-26"/><title type="alternative" when-iso="1931-05-27"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp913"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>A. mich in der Früh angerufen, wollte wissen, was ich gestern Abend getan. Ich
      <lb n="02"/>sagte ihm schliesslich die harmlose Wahrheit. Er sagte, er bleibe Vormittag
      <lb n="03"/>zuhause. Kam dann später angeblich »zufällig« vorbei und für eine Viertel¬
      <lb n="04"/>stunde zu mir herein. Er sah gespensterhaft aus.
      <lb n="05" type="paragraph-begin"/>Ich habe übrigens Dr. D. wieder angerufen, da A. morgen bei ihm ist, um sich
      <lb n="06"/>untersuchen zu lassen. Dr. D. findet ihn auch sehr schlecht aussehend. Ich bat
      <lb n="07"/>ihn sehr mich nach dem Zusammen sein mit A. anzurufen. Wie oft muss ich Dr. D.
      <lb n="08"/>anrufen, ehe er sich entschliesst sich um A.'s Befinden zu kümmern. Und der Bru¬
      <lb n="09"/>der, der Arzt ist! Was für Menschen sind das!!
      <lb n="10" type="paragraph-begin"/>26.5. Gestern Abend ging ich A. mit der grössten Freundlichkeit entgegen.Er
      <lb n="11"/>äusserte sich anerkennend über das neue Krupnik-Kleid, ohne eine einzige
      <lb n="12"/><supplied>Be</supplied>merkung über mich selbst. Im Kino (langweiliger Film) »Gassenhauer« benannt,
      <lb n="13"/>schlief er zumeist. Dann krochen wir zum Stadtpark. Er nimmt nicht einmal
      <lb n="14"/>mehr meinen Arm wie früher. Ich bemerke das schon seit einiger Zeit. Ich blieb
      <lb n="15"/>heiter und gesprächig, obwohl mir zum Weinen war. Frühling um uns, Mondschein,
      <lb n="16"/>heitere Menschen. Es ist, als ob man unter der Erde läge.
      <lb n="17" type="paragraph-begin"/>Heute Abend sollen Thuns, Clausers (er und sie) und A. zu mir kommen. Ich
      <lb n="18"/>wollte dieses Fest läge hinter mir. Mir ist nicht festlich zumut. A. frug mich
      <lb n="19"/>gestern, ob Herr Clauser abgesagt hat. Er scheint damit zu rechnen.-
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>26.5. Eben rief mich A. an, Ferry habe seinen Blutdruck recht erhöht gefunden,
      <lb n="21"/>Digitalis und Diuretin verordnet. Warum hat Dr. D. mich vor wenigen Monaten
      <lb n="22"/>gehöhnt, als ich zu diesen Mitteln riet? Ach, man könnte wahnsinnig werden.
      <lb n="23"/>Frau Clauser hat um 3 Uhr telefoniert, dass ihr Mann von der Jagd noch nicht
      <lb n="24"/>zurück ist!!
      <lb n="25" type="paragraph-begin"/>27.5. Der gestrige Abend im ganzen netter als ich gefürchtet hatte. Herr Clauser
      <lb n="26"/>kam natürlich <hi rend="underline" n="">nicht</hi>. Angeblich ein Pneudefekt, den er um 6 Uhr seiner Frau
      <lb n="27"/>telefonieren liess. Sie hatte wegen eines Gerstenkorns ein Aug verbunden und
      <lb n="28"/>machte einen eher decontenancierten Eindruck. Die Wohlgemut-Thun war bild¬
      <lb n="29"/>schön und heiter und führte mit A. Theatergesprüche, die ihn interessierten.
      <lb n="30"/>Thun unterhielt sich mit mir über Religion, Jenzeits, die Evangelien,</p></div></body></text></TEI>