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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 19.–22. Mai 1931</title><title type="alternative" when-iso="1931-05-19"/><title type="alternative" when-iso="1931-05-20"/><title type="alternative" when-iso="1931-05-21"/><title type="alternative" when-iso="1931-05-22"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp911"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>später auch von meinen Stücken zu sprechen, aber da A. mit keinem Wort nach¬
      <lb n="02"/>half liess ich das Thema gleich fallen. Heimfahrt mit Gesprächen über Be¬
      <lb n="03"/>setzung seiner Stücke. Ich komme immer zerbrochener nach Hause.
      <lb n="04" type="paragraph-begin"/>Habe für Mittwoch Abend Ehepaar Beer-Hofmann und A. eingeladen. Heute wollen
      <lb n="05"/>wir zu dem Stück der Windsloe ins Volkutheater gehen.
      <lb n="06" type="paragraph-begin"/>Eben telefoniert mir A., dass Heini schon morgen Mittwoch ankommt, muss da¬
      <lb n="07"/>her Beer-Hofmann absagen. Schade, denn ich hatte schon alles besorgt.
      <lb n="08" type="paragraph-begin"/>20.5. Gestriges Stück von der Windsloe »Gestern und heute« recht interes¬
      <lb n="09"/>sant und empfunden, wenn auch technisch etwas unbeholfen. Besser als Technik
      <lb n="10"/>und Dreck. Sybille Binder famos. Was wäre sie für eine Corday – <hi rend="underline" n="">meine</hi>
      <lb n="11"/>Charlotte Corday.
      <lb n="12" type="paragraph-begin"/>Nachher mit Beer-Hofmanns bei Schöner genachtmahlt, ich trank zwei Glas
      <lb n="13"/>Wein, um reden zu können, fühlte mich in der Nacht nachher sehr elend. Das
      <lb n="14"/>Bett schaukelte und ich hatte einen furchtbaren Druck im Herzen. A.sah ges¬
      <lb n="15"/>tern elend aus. Auch Beer-Hofmanns fanden es. Ich telefonierte wieder mal
      <lb n="16"/>an Dr. D.; er soll sich doch <hi rend="underline" n="">kümmern</hi>.-Heute kommt Heini. A. hat mir gestern
      <lb n="17"/>vorgeschlagen für 14 Tage ins Cottagesanatorium zu gehen, um mich zu erholen.
      <lb n="18"/>Ich habe dankend abgelehnt.
      <lb n="19" type="paragraph-begin"/>21.5. Heini hat mich noch gestern Abend angerufen, um mir für Erdbeeren zu
      <lb n="20"/>danken, die ich ihm zur Begrüssung hinüberschickte. Er war etwas forciert
      <lb n="21"/>liebenswürdig.
      <lb n="22" type="paragraph-begin"/>Nachmittag mit Emmy Tolnay bei Emmy Sachs im Sanatorium, die vor wenigen
      <lb n="23"/>Wochen ihren Mann verloren hat und jetzt an Star operiert wurde. Sie war
      <lb n="24"/>im Lichtrosa drapiert, -ein wenig lächerlich für eine 62jährige Witwe in
      <lb n="25"/>Trauer, -eher wie eine Wöchnerin.
      <lb n="26" type="paragraph-begin"/>Am Abend mit A. Erst im Kino »Seitensprünge«, saudumm. Dann bei Meisl genacht¬
      <lb n="27"/>mahlt und nachher Pathephon. Ein Abend zum sterben öd und traurig. Was er
      <lb n="28"/>mir von Heinis Scheidung erzählt ist <hi rend="underline" n="">unwahr</hi>, wie sein ganzes Gehaben.
      <lb n="29" type="paragraph-begin"/>22.5. Traf A. zufällig in der Stadt und er nahm mich im Auto mit in den Cot¬
      <lb n="30"/>tage. Er bleibt am Abend zuhaus. Ich ging am Nachmittag allein eine Stunde</p></div></body></text></TEI>