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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 28. Januar – 1. Februar 1931</title><title type="alternative" when-iso="1931-01-28"/><title type="alternative" when-iso="1931-01-29"/><title type="alternative" when-iso="1931-01-30"/><title type="alternative" when-iso="1931-01-31"/><title type="alternative" when-iso="1931-02-01"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp882"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>standen wir auf. Er nahm mich plötzlich um den Hals und küsste mich-
      <lb n="02"/>wie schon lange nicht; Du bist so hübsch, sagte er.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Ich sagte lächelnd: »schade dass du das nicht öfter findest«
      <lb n="04" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">Er </hi>: Ich finde es auch, wenn ich es nicht sage.
      <lb n="05" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">Ich</hi> Ich meine auch garnicht das du mir gerade <hi rend="underline" n="">das</hi> sagen sollst sondern
      <lb n="06"/>nur, dass es gut für uns Beide wäre wenn du öfter ein bischen lieb zu
      <lb n="07"/>mir sein wolltest.
      <lb n="08" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">Er </hi>: Wenn ich zu dir nicht lieb bin, so bin ich zu mir selbst noch viel
      <lb n="09"/>unlieber.
      <lb n="10" type="paragraph-begin"/>Die Stimmung war aber den ganzen Abend etwas vertrauter. – Das Stück
      <lb n="11"/>übrigens ausgezeichnet.
      <lb n="12" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">29 ten I.</hi> V. M. zu Hause. N. N. bei Herma Artaria, die mir immer besser
      <lb n="13"/>gefällt. Mit A. telef Gespräche über die Proben im Burgtheater.
      <lb n="14" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">30ten</hi> Abend bei A. mit Frieda und ihrem Bruder. Das Essen unerlaubt
      <lb n="15"/>schlecht. Ich bemühe mich heiter und unbefangen zu sein. A. will Dienstag
      <lb n="16"/>plötzlich für 2-3 Tage auf den Semmering. Er teilt es mir in Anwesen¬
      <lb n="17"/>heit der Frieda mit, als ob er meinen Widerspruch fürchtete. Ich finde
      <lb n="18"/>es aber nur sehr klug und sicher erholend für ihn.
      <lb n="19" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">31ten</hi> von Ask. aufgefordert mit A. bei ihnen zu nachtma<supplied>h</supplied>len. Frieda, die
      <lb n="20"/>mir die Einladung übermittelte sagte ich zuerst – nein – da ich die Leute
      <lb n="21"/>eineinziges mal vor 1½ Jahren bei A. getroffen habe, aber da die Frau
      <lb n="22"/>Ask. mich noch selbst anrief, konnte ich nicht ablehnen.
      <lb n="23" type="paragraph-begin"/>Mittag die Kinder. Hery wieder mit ungeheuerlichen Plänen. Meine Nerven
      <lb n="24"/>zu schlecht, um auch das noch zu ertragen.
      <lb n="25" type="paragraph-begin"/>bin so schon 2 Nächte schlaflos trotz Schlafmitteln. Carry sagte
      <lb n="26"/>heute; er möchte das Geld von Rotschild und meine Geduld haben. Ja, – Ge¬
      <lb n="27"/>duld hab ich wo<supplied>h</supplied>l -
      <lb n="28" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">1 Febr.</hi> Bei Ank. sehr gutmütige freundliche Menschen. Soigniertes Haus und
      <lb n="29"/>Essen. Ich nahm vor dem Fortgehen 2 Rekresal um gut auszusehen. Das ge¬
      <lb n="30"/>lang mir. Auf der Heimfahrt war A. wieder von einer solchen absichtlichen
      <lb n="31"/>Steifheit und Kälte, dass mir ganz übel war, als ich zu Hause ankam.</p></div></body></text></TEI>