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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 23.–26. Januar 1931</title><title type="alternative" when-iso="1931-01-23"/><title type="alternative" when-iso="1931-01-24"/><title type="alternative" when-iso="1931-01-26"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
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                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
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                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp880"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>andres übrig.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">24ten 1.</hi> Die gestrige Oper schön aber zu lang. Hedwig im Theater, sprach
      <lb n="03"/>sie in einem Zwischenakt. Nachher wieder <hi rend="underline" n="">Meissel</hi>. Dr. D. scheint mit A.
      <lb n="04"/><hi rend="underline" n="">nicht</hi> gesprochen zu haben, denn er ass wieder Kraftsuppe, trank Bier
      <lb n="05"/>und Schnaps. Ich sage nichts mehr. Auf der Heimfahrt streichelte ich sei¬
      <lb n="06"/>ne Hände, lehnte meinen Kopf an seine Schulter, aber er blieb wie ein Stock.
      <lb n="07"/>Ich nehme mir fest vor auch die kleinste Zärtlichkeit zu unterlassen.
      <lb n="08" type="paragraph-begin"/>(Zweifel und Mistrauen sind in mir denen ich noch keinen Namen zu geben
      <lb n="09"/>vermag.) Sein Benehmen ist zu unnatürlich. Mein Gott ich hab ihm doch
      <lb n="10"/>nichts getan.
      <lb n="11" type="paragraph-begin"/>Mittag die Kinder. Hery hat die tollsten Zukunfts- Pläne die mir nur Sor¬
      <lb n="12"/>gen machen.
      <lb n="13" type="paragraph-begin"/>Am N. M. Emmy R. die 2 St. blieb. Ein wunderbarer Charakter, aber ihre
      <lb n="14"/>s. G. n. Abgeklärtheit versteh ich nicht. Ich bin leider garnicht abge¬
      <lb n="15"/>klärt.
      <lb n="16" type="paragraph-begin"/>Abend allein zu Hause. Mit A. kurzes Telefon – Gespräch.
      <lb n="17" type="paragraph-begin"/>Strahlend blauer Himmel. 5 Grad Wärme. A. sagt mir telefonisch, dass
      <lb n="18"/>er Frau Clauser einen Abschieds- Besuch machen muss, da sie morgen nach
      <lb n="19"/>Paris fährt. Ich fühle jedenfalls die Absicht heraus sich den Sonntag
      <lb n="20"/>Vormittag frei zu machen. Wozu? Für wen?? Irgend etwas steckt hinter
      <lb n="21"/>seinem ganzen Verhalten. Ich bin allein spazieren gegangen --
      <lb n="22" type="paragraph-begin"/><hi rend="underline" n="">26 ten I.</hi> Nichts ist jetzt ärger, als das Alleinsein mit ihm. Gestern
      <lb n="23"/>Abend erst Kino (<supplied>K</supplied>ommen sie zum Rendez vous) dann bei ihm zum Nachtma<supplied>h</supplied>l
      <lb n="24"/>Conversation. Nicht <hi rend="underline" n="">ein</hi> herzliches Wort, nicht ein guter Blick. Wenn ich
      <lb n="25"/>nicht zärtlich bin (und ich bin es nicht mehr) dann sitzen wir wie
      <lb n="26"/>Fremde nebeneinander und er sieht verstohlen auf die Uhr. Ist er krank,
      <lb n="27"/>ist er nicht normal? Was will er eigentlich von mir? Ich gehe in einer
      <lb n="28"/>Stimmung von ihm fort, die an Verzweiflung grenzt.
      <lb n="29" type="paragraph-begin"/>Heute wieder herrliches Wetter. Ich musste V. M. in die Stadt weil ich
      <lb n="30"/>N. M. eine öde Damen- Jause habe, und Abend zu Well<supplied>e</supplied>sz. Ich möcht am
      <lb n="31"/>liebsten durch 3 Tage Schlafmittel nehmen u. nichts wissen.</p></div></body></text></TEI>