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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 8.–11. Dezember 1930</title><title type="alternative" when-iso="1930-12-08"/><title type="alternative" when-iso="1930-12-09"/><title type="alternative" when-iso="1930-12-10"/><title type="alternative" when-iso="1930-12-11"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp863"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>ihm, dass er die »Corday« morgen bei mir holen lässt. Vielleicht geht
      <lb n="02"/>es auf diesem Weg. A. und ich fuhren zusammen zurück (im Auto
      <lb n="03"/>von Thuns). Kühles Verhalten von beiden Seiten. Mir ist oft, als ob
      <lb n="04"/>jede Brücke zu ihm seelisch abgebrochen wäre.
      <lb n="05" type="paragraph-begin"/>Um 8 Uhr Abend rief A. mich an, ob er wegen des Radio (Dohnanyi-Konzert)
      <lb n="06"/>zu mir herüberkommen kann. Ich sagte natürlich, dass es mich sehr
      <lb n="07"/>freuen wird. Er brachte sein Nachtmahl mit herüber. Dohnanyi und
      <lb n="08"/>Gattin sind nämlich morgen zu Tisch bei ihm. Ich fand A. elend aus¬
      <lb n="09"/>sehend und mache mir doch schreckliche Sorgen, wenn ich es mir auch
      <lb n="10"/>nicht recht zugestehen will. Er ist sicher seit Berlin in einer
      <lb n="11"/>schlechten physischen Verfassung und niemand tut etwas dagegen.
      <lb n="12"/>Diese ganze Familie S. ist das Kälteste, was man sich denken
      <lb n="13"/>kann. Wenn ich den Dr. D. nicht immer antreiben würde, geschehe nie
      <lb n="14"/>etwas für A. Habe auch heute Nachmittag mit Dr. D. gesprochen.
      <lb n="15" type="paragraph-begin"/>9.12. Die ganze Nacht nicht geschlafen, weil mein Schlafmittel aus¬
      <lb n="16"/>gegangen ist und ich mir so viel Gedanken mache.
      <lb n="17" type="paragraph-begin"/>Vormittag Stadt. Den geschmacklosen Byck begeget, der über die Gasse
      <lb n="18"/>hinüber »Clärchen« brüllte. Abend allein, A. bei Schmiedl geladen.
      <lb n="19"/>10.12. Gesangsstunde, aber ich bin jetzt nie in Stimmung.
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>A. war bei Dr. D. rief mich nachher an. Das Herz »angeblich« ganz
      <lb n="21"/>in Ordnung. Keinerlei Mittel, nur weniger Flüssigkeiten. Ich bin doch
      <lb n="22"/>nicht beruhigt. Am Abend im Kino mit A. »Geschlecht in Not«. Guter
      <lb n="23"/>Film, dann Sternwartestrasse. A. elend ausgesehen. Ich lasse mich
      <lb n="24"/>nicht nachhause begleiten, weil es schüttet.
      <lb n="25" type="paragraph-begin"/>11.12. Heute Dr. D. angerufen, um die Wahrheit zu hören. Er sagte nur,
      <lb n="26"/>dass A. nicht gesund sei, Herzmuskel. Er konnte nicht mehr sprechen,
      <lb n="27"/>weil er ärztlich zu tun hatte, aber er müsse mir mehr darüber sagen.
      <lb n="28"/>Ich bin seither wie vernichtet. Ich habe es ja immer geahnt, gefühlt,
      <lb n="29"/>aber warum hat D. immer bestritten? Warum geschieht nie etwas für ihn?</p></div></body></text></TEI>