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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 20.–22. August 1930</title><title type="alternative" when-iso="1930-08-20"/><title type="alternative" when-iso="1930-08-21"/><title type="alternative" when-iso="1930-08-22"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp825"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>die Dauer durchhalten werde.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Abends mit A. im Kino und dann bei Prochaska im Prater. A. kühl wie
      <lb n="03"/>immer. Ich sagte ihm sehr freundlich, dass ich meine Wohnung in Stand
      <lb n="04"/>setzen lassen werde, da ich dieses Leben zwischen Koffern und aufgeroll¬
      <lb n="05"/>ten Teppichen satt habe und er mir mit einer Reise, zu der er sich so
      <lb n="06"/>schwer zu entschliessen scheint, gar keinen Gefallen tut. Ich bleibe
      <lb n="07"/>ebenso gern hier. Darauf er: er habe die Absicht nächste Woche nach
      <lb n="08"/>Marienbad zu gehen und es sei ihm angenehm mit mir zu fahren. Ich
      <lb n="09"/>meinte, er könne ruhig auch allein fortfahren, da eine gemeinsame Reise
      <lb n="10"/>ohne Animo ein Unding sei. Er erklärte, dass es ihm gar nicht einfalle
      <lb n="11"/>allein fortzugehen, für Stimmung liesse sich allerdings kein Programm
      <lb n="12"/>machen, weder für hier noch für dort. Kurzum Drehs ohne Ende.
      <lb n="13" type="paragraph-begin"/>Es ist mir heute ganz klar, dass die Wühlerbeit verschiedener Weiber
      <lb n="14"/>nach unserer Reise in Caux angefangen hat. Diese Weiber <hi rend="underline" n="">fühlten</hi>, wie
      <lb n="15"/>nah wir uns dort gekommen sind und witterten Gefahr für sich. Nach
      <lb n="16"/>seiner Berliner Reise im Winter kam er plötzlich mit der veränderten
      <lb n="17"/>Einstellung und dem veränderten Programm zurück.
      <lb n="18" type="paragraph-begin"/>Heute Mittag Fredi (Armer Kerl, aber schwer zu helfen). Zum Tee Anna,
      <lb n="19"/>belangloses Herumgerede. Abends Cary und Harry, recht gemütlich, ohne
      <lb n="20"/>Harrys Eheangelegenhelten zu streifen.
      <lb n="21" type="paragraph-begin"/>21.8. Nervös und irritiert. Gehe um 3 Uhr zu Dr. Dr. wegen Diät. Frieda
      <lb n="22"/>angekommen und mich telefonisch von A. aus angerufen.
      <lb n="23" type="paragraph-begin"/>22.8. Gestern Abend A. bei mir. Höchst unerzucklich. Anfangs in Kon¬
      <lb n="24"/>versation, dann zunehmende Kälte, schliesslich sagte ich ihm wieder, dass
      <lb n="25"/>eine Reise auf einer solchen Basis von Unlust ganz sinnlos ist. Er be¬
      <lb n="26"/>hauptet, er habe ebenso wenig Lust hier zu bleiben als fortzufahren,
      <lb n="27"/>jedesfalls übernehme er keine Verantwortung für seine Stimmung. Er
      <lb n="28"/>glaube nur, es sei vielleicht besser, wenn wir uns einmal in einer an¬
      <lb n="29"/>deren Umgebung sehen als hier. Was soll man da noch antworten?</p></div></body></text></TEI>