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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 9.–12. August 1930</title><title type="alternative" when-iso="1930-08-09"/><title type="alternative" when-iso="1930-08-09"/><title type="alternative" when-iso="1930-08-10"/><title type="alternative" when-iso="1930-08-11"/><title type="alternative" when-iso="1930-08-12"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
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                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
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                                            soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und
                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp822"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>9.8.1930. Anruf aus St. Moritz mit Voranmeldung. Als mir der Anruf ge¬
      <lb n="02"/>meldet wurde und in den Minuten, die bis zum Gespräch verrannen, war
      <lb n="03"/>ich irrsinnig vor Angst, es könne ihm etwas geschehen sein und man will
      <lb n="04"/>mich vorbereiten, – aber als er dann am Telefon war, zog sich mein Inneres
      <lb n="05"/>feindselig zusammen und ich beantwortete seine Fragen nach meinem Be¬
      <lb n="06"/>finden möglichst kurz. Er fährt erst morgen dort fort und trifft Montag
      <lb n="07"/>Vormittag hier ein. Und was wird weiter werden – - Ich habe kein
      <lb n="08"/>Vertrauen mehr, trotzdem er sagte, er sei froh wenigstens meine Stimme zu
      <lb n="09"/>hören. Das hätte früher kommen müssen. Mein Befinden heute mässig, aber
      <lb n="10"/>etwas weniger aufgeregt. Heute Vormittag zum zweiten Mal Gesichtsmas¬
      <lb n="11"/>sage, ich glaube nicht, dass es was nützt. Noch zwei Nächte und ein Tag!!
      <lb n="12" type="paragraph-begin"/>10.8. Der letzte Tag vor seiner Ankunft. Gesundheitlich etwas besser,
      <lb n="13"/>Magdi von ½11-4 bei mir, viel Aenderungen an der Corday diktiert und
      <lb n="14"/>viel mit ihr geplauscht. Sie ist viel reifer geworden. Cary und sie
      <lb n="15"/>sind das Beste in meinem Leben. Wetter trüb und kühl.
      <lb n="16" type="paragraph-begin"/>11.8. 10 Uhr. Er hat angerufen, kühles Gespräch im gleichen Ton wie vor
      <lb n="17"/>6 Wochen. Schon von seiner Seite so eingesetzt. Ich soll um 1 Uhr hinü¬
      <lb n="18"/>berkommen. Ich sehe nichts Gutes voraus.
      <lb n="19" type="paragraph-begin"/>5 Minuten vor 1 Uhr. Jetzt gehe ich hinüber, wie werde ich wiederkehren? -
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>5 Uhr. Ich sitze seit 1½ Stunden regungslos auf meinem Divan, unfähig
      <lb n="21"/>irgend etwas zu tun. Es ist alles viel schlimmer, als ich dachte. Elen¬
      <lb n="22"/>des Aussehen, kühle, gleichgiltige Konversation. Ich war beim Kommen
      <lb n="23"/>sehr erregt, konnte kaum atmen. Er sagte lächelnd: »Ist es so ergrei¬
      <lb n="24"/>fend mich wiederzusehen?« Das ernüchterte mich. Von da an belanglose
      <lb n="25"/>Gespräche und Fragen. Zum Schluss frug er mich, ob ich nicht drüben
      <lb n="26"/>nachtmahlen will. Ich lehnte ab. Was könnte dabei Gutes herauskommen?
      <lb n="27" type="paragraph-begin"/>7 Uhr Abend. Manchesmal glaube ich, es muss doch etwas Licht in diese
      <lb n="28"/>Finsternis fallen. Aber es wird immer dunkler und dunkler.
      <lb n="29" type="paragraph-begin"/>12.8. Mein Befinden elend. Cary Magdi zu Tisch bei mir. Um 7 Uhr zu</p></div></body></text></TEI>