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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 1. August 1930</title><title type="alternative" when-iso="1930-08-01"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp818"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Wien, 1. August 1930.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>An A. S.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Mein liebes Kind, jetzt erst bin ich damit fertig geworden Deinen
      <lb n="04"/>Expressbrief, der gestern Abend um 7 Uhr eintraf, ganz in mich aufzu¬
      <lb n="05"/>nehmen.–Es ist mir klar geworden, dass ich mich Dir in meinen Briefen
      <lb n="06"/>trotz allem Bemühen nicht verständlich machen konnte, wie eben eine
      <lb n="07"/>Verständigung aus einer solchen Entfernung heraus überhaupt kaum mög¬
      <lb n="08"/>lich ist. Nie weiss der Andere in welcher Stimmung und Verfassung
      <lb n="09"/>ein Brief geschrieben oder empfangen wurde. Man kann weder den Klang
      <lb n="10"/>einer Stimme, die Betonung eines Wortes, noch den Ausdruck des Gesichtes
      <lb n="11"/>mitgeben oder richtiger vergegenwärtigen. Das ist es auch, was ich zu
      <lb n="12"/>allem übrigen vorausgeahnt und <hi rend="underline" n="">befürchtet</hi> habe.
      <lb n="13" type="paragraph-begin"/>Ich möchte Dir nur sagen, dass wenn ich in jenem Brief die fall¬
      <lb n="14"/>weisen Reisen nach Berlin erwähnte, ich eben <hi rend="underline" n="">betonen</hi> wollte, dass meine
      <lb n="15"/>Einstellung gerade diesen <hi rend="underline" n="">Reisen nach Berlin</hi> gegenüber, ob sie nun
      <lb n="16"/>ein oder zweimal im Winter stattfinden, eine gleichgültige geworden ist,
      <lb n="17"/>und wenn ich von einer programmlosen Ruhe für die nächsten zwei Monate
      <lb n="18"/>sprach, so habe ich damit nicht nur eine Störung durch die O., sondern
      <lb n="19"/>jede Störung gemeint, wie man eben nach einer grossen Krankheit eine
      <lb n="20"/>Rekonvaleszenz braucht und ich würde aus diesen Wochen am liebsten so¬
      <lb n="21"/>gar Frieda ausschliessen, gegen die ich persönlich doch nicht das ge¬
      <lb n="22"/>ringste habe.
      <lb n="23" type="paragraph-begin"/>Deine Programmlosigkeit, die Du Freundschaft und Freiheit nennst, sagt
      <lb n="24"/>mir gar nichts. Da Du anderer Ansicht bist, – wirst Du mich von der
      <lb n="25"/>Schönheit und Entwicklungsfähigkeit dieser Ein- oder Zusammenstellung
      <lb n="26"/>wohl überzeugen müssen.
      <lb n="27" type="paragraph-begin"/>Als ich Dir den Vorschlag machte Dich in der Nähe der Schweiz zu tref¬
      <lb n="28"/>fen, da war es die Antwort auf den hier vorgefundenen Brief, in dem Du
      <lb n="29"/>mir schriebst, dass Du auch dort hinkommen würdest, wo ich sein werde
      <lb n="30"/>und weil ich <hi rend="underline" n="">damals</hi> und bis vor <hi rend="underline" n="">einigen Tagen</hi>, gerade im Anschluss
      <lb n="31"/>an jenen Brief, noch an irgend eine spontane Regung Deines Herzens</p></div></body></text></TEI>