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                                    ich«</title><title level="a">Arthur Schnitzler an Clara Katharina Pollaczek, 30. Juli 1930</title><title type="alternative" when-iso="1930-07-30"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp816"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>glaub auch Du mir, dass meine Nerven sich auch nicht in guter Verfas¬
      <lb n="02"/>sung befinden und dass ich insbesonders nicht immerwieder für ein so¬
      <lb n="03"/>genanntes Verhalten verantwortlich gemacht werden möchte, in dem keiner¬
      <lb n="04"/>lei Absicht, gewiss keine böse, zu sehen ist, das in Eigenheiten, viel¬
      <lb n="05"/>leicht in Mängeln meines Wesens begründet ist und das doch in sieben
      <lb n="06"/>Jahren das gleiche geblieben ist.
      <lb n="07" type="paragraph-begin"/>Wenn Du heute sagst, Liebes, dass es eher angeht eine gute Beziehung
      <lb n="08"/>durch ein paar Wochen des Getrenntseins zu unterbrechen, als eine ge¬
      <lb n="09"/>trübte, – so darf ich vielleicht mit gleichem oder höherem Recht das
      <lb n="10"/>Gegenteil behaupten. Ich für meinen Teil finde jedenfalls, dass diese
      <lb n="11"/>abgelaufenen Wochen für unsere gequälten Nerven, auch für Deine,– besser
      <lb n="12"/>gewesen sind, als die unmittelbar vorhergegangenen Wochen oder Monate -
      <lb n="13"/>die Dir schlimmer erschienen sind als die zehn Jahre Deiner
      <lb n="14"/>unglücklichen Ehe.
      <lb n="15" type="paragraph-begin"/>Solch ein Winter (und Frühling) wie wollen es noch einnal sagen, darf
      <lb n="16"/>nicht wiederkommen; – und – ohne irgend ein Programm aufzustellen -
      <lb n="17"/>unter den gegenwärtigen Umständen, so wie sich unsere Beziehung entwi¬
      <lb n="18"/>ckelt hat, ist die Atmosphäre, in der sie sich erholen, gedeihen und viel¬
      <lb n="19"/>leicht wunderschön werden kann: Freundschaft.
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>Was nun meine Rückreise anbelangt, ist es ebenso denkbar, dass ich sie
      <lb n="21"/>schon ein paar Tage vor dem 10. August als ein paar Tages nachher antre¬
      <lb n="22"/>ten werde; – eventuell werden ich Dir einen Vorachlag machen, wo wir uns
      <lb n="23"/>- zwischen Wien und Innsbruck treffen könnten; – bei dem jetzigen
      <lb n="24"/>Zustand meiner Nerven (und meines Magens) ist es allerdings wahrschein¬
      <lb n="25"/>lich, dass ich direkt nachhause fahre und erst im letzten Drittel
      <lb n="26"/>August Wien wieder verlasse, worüber mir uns miteinander im persönli¬
      <lb n="27"/>chen Gespräch einigen werden.
      <lb n="28" type="paragraph-begin"/>Heini und Ruth dürften von hier nach Mailand fahren und dort mit Arnoldo
      <lb n="29"/>zusammentreffen; ein Zusammensein mit O. ist, soweit ich unterrichtet</p></div></body></text></TEI>