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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 23. Juli 1930</title><title type="alternative" when-iso="1930-07-23"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp808"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>fern genug?
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Du hattet mir im April gesagt: »Um den 20. Mai herum möcht ich mit
      <lb n="03"/>Dir fortgehen« und was ist daraus geworden -?? Ein fortwährendes Mich-¬
      <lb n="04"/>Beiseiteschieben, das selbst bei jedem Beisammensein zu spüren war,
      <lb n="05"/>auch wenn es nicht mit Worten zum Ausdruck kam.
      <lb n="06" type="paragraph-begin"/>Warum soll <hi rend="underline" n="">ich</hi> nicht empfinden, was alle andern und nicht innerlich
      <lb n="07"/>beteiligten Menschen empfinden und mir mitleidig oder scheinbar
      <lb n="08"/>naiv oder warnend oder kritische unter die Nase reiben. Nicht <hi rend="underline" n="">meine</hi>
      <lb n="09"/>Leute, nicht <hi rend="underline" n="">mein</hi> Kreis. Sie sind nicht orientiert oder zu taktvoll.
      <lb n="10"/>Aber die Andern sind es, die mit Dir in Berührung oder Kontakt sind
      <lb n="11"/>und sich eine <hi rend="underline" n="">Meinung</hi> bilden. Wie glücklich wäre ich, wenn ich inner¬
      <lb n="12"/>lich über sie lachen könnte, wie belanglos wäre das Geschwätz, wenn
      <lb n="13"/>es nicht ein Symptom wäre. Und wenn ich auch nie verrate, dass es mir
      <lb n="14"/>weh tut, mich immer ablehnend und abwehrend allen Aeusserungen gegen¬
      <lb n="15"/>über verhalte, so schmerzen sie ja doch, weil ich leider weiss, dass
      <lb n="16"/>sie irgendwie durch Dein Verhalten begründet sind.
      <lb n="17" type="paragraph-begin"/>Und so ist es mir auch<supplied> (</supplied>sowohl von Frieda wie von Dora M.<supplied>)</supplied> nahe gelegt worden fortzufahren. Ich habe es
      <lb n="18"/>getan, obwohl ich <hi rend="underline" n="">wusste</hi>, dass es das <hi rend="underline" n="">Schlechteste</hi> war, was für unsere
      <lb n="19"/>Beziehung geschehen kohnte. Du schreibst: »Diese Wochen der Entfer¬
      <lb n="20"/>nung, die auch gewiss für <hi rend="underline" n="">Dich</hi> beruhigend gewesen sind« – <hi rend="underline" n="">Nein</hi>, mein
      <lb n="21"/>Kind, das waren sie nicht. Du hast ja selbst ein so schönes Wort über
      <lb n="22"/>die Einsamkeit geprägt. Frage Dich, ob irgend ein Grund war mich in
      <lb n="23"/>dieser grenzenlosen Einsamkeit und Verlassenheit wohl zu fühlen. Ich
      <lb n="24"/>bin in den zehn Jahren meiner unglücklichen Ehe nie so unglücklich
      <lb n="25"/>gewesen, wie ich es in diesen drei Wochen in Karlsbad und zeitweise
      <lb n="26"/>auch schon früher war.
      <lb n="27" type="paragraph-begin"/>Du wirst, wie gewöhnlich, sagen: Was ist denn geschehen? Ich habe Dich
      <lb n="28"/>nicht betrogen. Ich liebe keine Andere u. s. w. Und ich muss Dir ant¬</p></div></body></text></TEI>