<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="ckp790.xml" xml:base="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp" prev="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp789.xml" next="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp791.xml"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title level="s">Clara Katharina Pollaczek: »Arthur Schnitzler und
                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 3. Juli 1930</title><title type="alternative" when-iso="1930-07-03"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
                                            das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und
                                            zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.</p><p>Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen
                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
                                            folgenden Bedingungen:</p><p>Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und
                                            Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und
                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
                                            werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht,
                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
                                            solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder
                                            soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und
                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
                                            Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle
                                            Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen.
                                            Es können beispielsweise andere Rechte wie
                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
                                            die Ihre Nutzung des Materials entsprechend
                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp790"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>nur der weniger Nächte) in ihren Armen gestorben, und da auch Lud¬
      <lb n="02"/>wig vom Begräbnis des Schwiegervaters zur Premiere, rpct. in die
      <lb n="03"/>Nähe der früheren Geliebten eilt, ist es vielleicht des Guten oder
      <lb n="04"/>des Bösen zu viel.
      <lb n="05" type="paragraph-begin"/>Überleg es dir. Ich will nicht, recht behalten, aber ich kann nur so
      <lb n="06"/>sagen was ich spüre.
      <lb n="07" type="paragraph-begin"/>Dann ein paar Äusserlichkeiten. Im Jahre 1930 ist auch im schäbigsten
      <lb n="08"/>Absteigquartier sicher keine Kerzen – Beleuchtung mehr, und eine Junge
      <lb n="09"/>Schauspielerin trägt kein Kostüm mit Muff. Überhaupt sind in dieser
      <lb n="10"/>Richtung einige Regie-Bemerkungen verfehlt. Ich schreib wenn es dir
      <lb n="11"/>angenehm ist nach nochmaliger Lektüre, eingehender.
      <lb n="12" type="paragraph-begin"/>Deine Einstellung zu dem Stück liegt nur in Deiner Stimmung und
      <lb n="13"/>zwar in Deiner momentanen Stimmung. Wie gesagt – ich glaube an dieses
      <lb n="14"/>Stück und sehe nicht ein, inwiefern es ein Regie-Buch und kein
      <lb n="15"/>Stück ist, weil es viele Regie-Möglichkeiten bietet<supplied>.</supplied>
      <lb n="16"/>Gestern nach 6 Uhr ging ich zum ersten Mal zum Mühlbrunnen und trank
      <lb n="17"/>meinen Becher in einem gräulichen Menschenstrom, der einer semitischen
      <lb n="18"/>Völkerwanderung glich und zwischen dem Brunnen und Pupp hin und her
      <lb n="19"/>zirkuliert. Später kaufte ich mir etwas Schinken, Butter und Oblaten,
      <lb n="20"/>kam um ½8 Uhr nachhause, da ich totmüde und hungrig war, schrieb an
      <lb n="21"/>Carry und Magda, von denen ich ein sehr liebes Telegramm hier vorfand,
      <lb n="22"/>las bis gegen 10 Uhr »Mrs. Biest pfeift« – ein Buch, das noch stärker
      <lb n="23"/>und besser zu sein scheint als Remarques »Im Westen nichts Neues«, jedesfalls
      <lb n="24"/>merkwürdiger – und war vor 10 Uhr im Bett.
      <lb n="25" type="paragraph-begin"/>Heute schon um 7 Uhr Früh beim Brunnen, dann bei Pupp gefrühstückt
      <lb n="26"/>von 9–10 zuhause diesen Brief begonnen, den ich jetzt fortsetze, dann
      <lb n="27"/>im Stadthaus. Direktor Gietsch<unclear>n</unclear>er erst in einer Stunde zu sprechen,
      <lb n="28"/>Ich soll in einer Stunde, etwa um ½12 wiederkommen. Ich lasse meine
      <lb n="29"/>Belege dort und gehe spazieren. Um ½12 – Direktor G. lässt mir sagen,
      <lb n="30"/>ich bekomme eine Ehrenkarte, habe <hi rend="underline" n="">alles frei</hi>, Bäder, keine Kurtaxe,
      <lb n="31"/>freien Besuch der Rennen etc. Ich soll doch was Hübsches über Karls¬
      <lb n="32"/>bad schreiben und ich soll entschuldigen, wenn er mich heute nicht</p></div></body></text></TEI>