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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 19.–24. Juni 1930</title><title type="alternative" when-iso="1930-06-19"/><title type="alternative" when-iso="1930-06-20"/><title type="alternative" when-iso="1930-06-22"/><title type="alternative" when-iso="1930-06-24"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp781"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>ich annehmen, dass irgendetwas vorgeht oder wieder geplant wird.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>20.6. Gestrige Unterredung mit Dora. Resultat: Ich soll nicht so viel
      <lb n="03"/><hi rend="underline" n="">vorhanden</hi> sein, mich mehr distanzieren. Konflikte nur durch <hi rend="underline" n="">mich</hi>, weil
      <lb n="04"/>A. sich verpflichtet fühlt auch mit mir später zu reisen, wenn er jetzt
      <lb n="05"/>mit Heini fortgeht. Meine Antwort: Dass dazu gar keine Verpflichtung be¬
      <lb n="06"/>steht, dass ich geradeso zufrieden bin, wenn er dann hier bleibt und wir
      <lb n="07"/>in einem guten Einvernehmen sind. Sie darauf: Nein, das ist es nicht. Sie
      <lb n="08"/>sollen selbständig fortgehen, sich auf eigene Füsse stellen, über den
      <lb n="09"/>Sommer disponieren etc. An der Beziehung zur O. werden Sie nichts ändern.
      <lb n="10"/>Die O. hat Qualitäten trotz ihrer Fehler. Das habe zwar nichts mit mir zu
      <lb n="11"/>tun, aber ich solle mich mehr zurückziehen etc.
      <lb n="12" type="paragraph-begin"/>Ich habe Schmuck versetzt, einen meiner Smaragdringe etc. 900 S. bekommen.
      <lb n="13"/>Ich fahre fort. Was sie gesagt hat war eine Unverschämtheit, aber <hi rend="underline" n="">nie</hi>
      <lb n="14"/>hätte sie so zu sprechen gewagt, wenn A. sich nicht in diesem Sinn zu
      <lb n="15"/>ihr geäussert hätte.
      <lb n="16" type="paragraph-begin"/>22.6. Ich leide unsagbar. Dora hat ihm von der Unterredung erzählt,
      <lb n="17"/>aber natürlich mit halber Aufrichtigkeit.
      <lb n="18" type="paragraph-begin"/>Ich war zu Tisch drüben, trostloses Zusammensein. Er nimmt mir meine
      <lb n="19"/>Stimmung übel. »Was ist denn dabei, wenn man für ein paar Wochen auseinan¬
      <lb n="20"/>dergeht. Das ist doch keine Katastrophe, sondern Seelenhygiene.
      <lb n="21" type="paragraph-begin"/>Dass ich nur fort<supplied>g</supplied>ehe, weil man mir es nahegelegt hat, weil er die »Ver¬
      <lb n="22"/>pflichtung« los sein will, mich in sein Sommerprogramm einzubeziehen und
      <lb n="23"/>dass <hi rend="underline" n="">darin</hi> die Kränkung liegt, nimmt er einfach nicht zur Kenntnis.
      <lb n="24" type="paragraph-begin"/>24.6. Trostlose Tage und Nächte. Ich lasse die Keckheit von Frieda über mich
      <lb n="25"/>ergehen, die mir erklärt, ich benehme mich nicht bedeutend. Ich soll
      <lb n="26"/>mir den Mann doch anschauen, ob der noch fähig ist zu lieben. Ich habe
      <lb n="27"/>ihr geantwortet, dass was sie sagt gar nicht an mich herankommt. Ach,</p></div></body></text></TEI>