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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 16.–18. Mai 1929</title><title type="alternative" when-iso="1929-05-16"/><title type="alternative" when-iso="1929-05-18"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp698"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Heute Vormittag rief mich die Frieda an und sagte mir, A. habe jetzt eine
      <lb n="02"/>neue fixe Idee: Ich müsse fort, während die O. da ist, nach Karlsbad oder
      <lb n="03"/>in irgend einen Kurort. Sie hat ihm angeblich geantwortet, es sei unmöglich
      <lb n="04"/>mich zu verbannen, weil die O. kommt. Er erkläre aber, seine Nerven seien
      <lb n="05"/>der Situation nicht gewachsen. Ich antwortete, dass ich mich wohl nicht
      <lb n="06"/>fortschicken lasse, aber Dr. D. ohnedies gesagt habe, ich würde für ein paar
      <lb n="07"/>Tage während des Aufenthaltes der O. fortgehen und dass ich das auch ge¬
      <lb n="08"/>sprächsweise zu A. erwähnen will. Ich weiss, nicht, ob die gute Frieda
      <lb n="09"/>nicht doch ein wenig falsch zu mir ist. Immer will sie die Gefühle des
      <lb n="10"/>A. zu mir herabmindern und ich hab ihr doch nie was getan.
      <lb n="11" type="paragraph-begin"/>A. sagte sich spontan bei mir zu Tisch an. Während des Essens meinte ich
      <lb n="12"/>sehr beiläufig, dass ich <hi rend="underline" n="">vielleicht</hi> während seine Familie da ist auf
      <lb n="13"/>6-7 Tage auf den Semmering gehen würde, um die Situation zu erleichtern.
      <lb n="14"/>Er antwortete, das wäre vielleicht ganz gut für alle Nerven, aber du
      <lb n="15"/>brauchst doch nicht <hi rend="underline" n="">so weit</hi> fortzugehen, irgendwo in die Nähe, wo ich dich
      <lb n="16"/>immer besuchen kann. Und dann sprach er gleich von einer grösseren Reise,
      <lb n="17"/>die er im August mit mir machen will, vielleicht eine Seereise.
      <lb n="18"/>Am Abend mit ihm im Kino, harmloser Film mit Liedtke »Robert und Bertram«
      <lb n="19"/>Dann bei ihm Worterraten gespielt. Trotzdem sehr zärtlich.
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>18.5. Heute Vormittag meine 1000 S. in der Presse behoben. Das tut wohl
      <lb n="21"/>selbstverdientes Geld. Dann wegen eines Reisemantels Umschau gehalten.
      <lb n="22"/>Schade, dass seit dem 15. so eisiges und regnerisches Wetter ist. Wie
      <lb n="23"/>wenig hat man von dem Frühling – er ist fort ehe er da war. Nur meine
      <lb n="24"/>Wohnung ist ein Fliedermeer, drei riesige Vasen voll Flieder von A. Einen
      <lb n="25"/>Strauss brachte mir Magdi heute Früh und dann noch der Flieder aus meinem
      <lb n="26"/>Garten. Das ist sehr schön.
      <lb n="27" type="paragraph-begin"/>Zu Tisch Harry, sehr vergnügt und entschlossen sich am 1. Juni zu verlo¬
      <lb n="28"/>ben. Grosses Vertrauen hab ich zu der Sache nicht.
      <lb n="29" type="paragraph-begin"/>Abend Kino und bei A.</p></div></body></text></TEI>