<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="ckp695.xml" xml:base="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp" prev="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp694.xml" next="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp696.xml"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title level="s">Clara Katharina Pollaczek: »Arthur Schnitzler und
                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 10.–12. Mai 1929</title><title type="alternative" when-iso="1929-05-10"/><title type="alternative" when-iso="1929-05-11"/><title type="alternative" when-iso="1929-05-12"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
                                            das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und
                                            zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.</p><p>Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen
                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
                                            folgenden Bedingungen:</p><p>Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und
                                            Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und
                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
                                            werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht,
                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
                                            solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder
                                            soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und
                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
                                            Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle
                                            Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen.
                                            Es können beispielsweise andere Rechte wie
                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
                                            die Ihre Nutzung des Materials entsprechend
                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp695"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>lässt, denn die O. wird <hi rend="underline" n="">nie</hi> Ruhe geben.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>11.5. Heute Früh entschiedene Besserung auch in der Stimmung. War von
      <lb n="03"/>10-½12 bei ihm, verliess ihn dann, weil Julius kommen sollte. Als ich
      <lb n="04"/>auf A.'s Wunsch Mittag zu Tisch wieder kam, wieder Düsterkeit. Ich ver¬
      <lb n="05"/>mute ein Gespräch über O. zwischen den Brüdern. Später wieder Aufhei¬
      <lb n="06"/>terung in der Stimmung. Am Abend wieder bei ihm.
      <lb n="07" type="paragraph-begin"/>12.5. Gestern Abend entschieden besser. Hypochondrie abnehmend, aber
      <lb n="08"/>ich fühle ihn anderweitig präokkupiert. Während meiner Anwesenheit
      <lb n="09"/>kam Dr. Donath. A. soll Diathermie und später Kohlensäurebäder nehmen.
      <lb n="10"/>Ich liess ihn und Dr. D. eine Zeitlang allein, vermute Gespräche über
      <lb n="11"/>die Reise an den Wörthersee. Ich ahne schon die O. hier in Wien, wenn
      <lb n="12"/>aus der Reise dorthin nichts wird. Wie soll man nur das alles ertra¬
      <lb n="13"/>gen. Ich versuche eben wiederholt bei ihm anzurufen, immer besetzt. Wahr¬
      <lb n="14"/>scheinlich Gespräch mit Berlin. A. soll heute Mittag bei mir essen.
      <lb n="15" type="paragraph-begin"/>Es regnet und es ist kühl.
      <lb n="16" type="paragraph-begin"/>A. mich eben angerufen. Liebenswürdig, sehr, animiert, wie immer, wenn er
      <lb n="17"/>harmlos scheinen will. Warum ist ein so bedeutender und grosser Mensch
      <lb n="18"/>nicht auch wahr? Gestern hat er mich in einer geradezu kindischen Weise
      <lb n="19"/>angelogen. Vorgestern als ich ihn verliess, trug Minna gerade gelbe Rosen
      <lb n="20"/>hinauf und sagte mir sie seien eben von einer Dame gekommen, sie wisse
      <lb n="21"/>nicht genau, wie sie heisse. Gestern, als ich die Rosen auf dem Schreib¬
      <lb n="22"/>tisch stehen sah, frug ich, von wem sie wären. Er antwortete von Elly und
      <lb n="23"/>Karl (die Schwiegertochter und der Sohn von Julius).
      <lb n="24" type="paragraph-begin"/>Warum, warum tut er das und was kann ich ihm glauben?
      <lb n="25" type="paragraph-begin"/>(Bemerkung vom 7.7.1932: Die Rosen dürften von Frau Clauser gewesen
      <lb n="26"/>sein.)
      <lb n="27" type="paragraph-begin"/>Heute Vormittag holte A. mich zum Spazierenfahren trotz regnerischen
      <lb n="28"/>Wetters. Sievering, Klosterneuburg, cca eine Stunde, dann Mittagessen bei
      <lb n="29"/>mir bei gutem Appetit, aber nachher grosse Müdigkeit. Die Augen fielen
      <lb n="30"/>ihm immer zu. Vergeblicher Versuch Klavier zu spielen. Die linke Hand</p></div></body></text></TEI>