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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 7.–10. Mai 1929</title><title type="alternative" when-iso="1929-05-07"/><title type="alternative" when-iso="1929-05-08"/><title type="alternative" when-iso="1929-05-10"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
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                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
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                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
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                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
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                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
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                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp693"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>Ich glaube, wir würden jetzt sehr glücklich sein, wenn uns die O. in Ruhe
      <lb n="02"/>liesse. Immer schafft sie Verwirrung durch ihre Forderungen.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Abend Kino mit der Moosheim.
      <lb n="04" type="paragraph-begin"/>8.5. Mittag Carl und Magda. Am Abend mit Anna Einakterpremière im Aka¬
      <lb n="05"/>demietheater: »Puppenspieler« von A., der »Faun« von Bahr, »Schöne Seelen« von
      <lb n="06"/>Salten. Welch ein Niveauunterschied zwischen dem Stück von A. und den
      <lb n="07"/>andern. Auch das Publikum hat es gefühlt. Salten hatte einen gewissen
      <lb n="08"/>Lacherfolg, Bahr blieb ganz wirkungslos. Das Stück nahezu schwachsinnig.
      <lb n="09"/>Nach dem Theater noch zu A. gefahren, der mit dem Nachtmahl auf mich ge¬
      <lb n="10"/>wartet hatte. Grosse gegenseitige Zärtlichkeit. Ich finde A. schlecht
      <lb n="11"/>aussehend und mache mir Sorgen.
      <lb n="12" type="paragraph-begin"/>10.5. Welch ein Tag gestern und was für Tage werden noch kommen!
      <lb n="13"/>In der Früh schon um 8 Uhr zur Verhandlung Artmann (angeblicher Eltern¬
      <lb n="14"/>mörder). Zum ersten Mal im Gerichtssaal, mit äusserster Nervenanspannung
      <lb n="15"/>bis Nachmittag 5 Uhr ausgehalten. Näheres darüber an anderer Stelle.
      <lb n="16"/>Gegen 7 Uhr kam A. mich zu einer Spazierfahrt holen, erzählte mir, er
      <lb n="17"/>habe in der Früh plötzlich ein Versagen der linken Seite empfunden,
      <lb n="18"/>Frieda habe hinter seinem Rücken seinem Bruder Julius berufen, der es für
      <lb n="19"/>eine Darmintoxikation halte; es habe sich auf Pyramidon dann gegeben,
      <lb n="20"/>er fühle noch Schwere und Müdigkeit im linken Bein. Ich erschrak inner¬
      <lb n="21"/>lich ohne es zu zeigen, Wir fuhren in einem Auto gegen Mödling
      <lb n="22"/>(er wollte beim Radetzky nachtmahlen). Ich redete mich auf Wolken am
      <lb n="23"/>Himmel aus und schlug vor lieber zurückzufahren und am Südbahnhof (Re¬
      <lb n="24"/>staurant Schneider) zu essen. Er war einverstanden. In Perchtoldsdorf
      <lb n="25"/>gingen wir sogar um die Kirche herum, A. in mich eingehängt. Nachtmahl
      <lb n="26"/>mit gutem Appetit und in guter Stimmung. Beim Aufstehen knickt A. nach
      <lb n="27"/>links ein, erklärt nicht mehr gehen zu können, wankt von mir gestützt bis
      <lb n="28"/>zu einem Auto. Bei Heimkunft forsierter Spaziergang vor seinem Haus mit
      <lb n="29"/>schleppendem linken Fuss. Wenn ich ihm helfen, ihn stützen will, schreit</p></div></body></text></TEI>