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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 4.–7. Mai 1929</title><title type="alternative" when-iso="1929-05-04"/><title type="alternative" when-iso="1929-05-05"/><title type="alternative" when-iso="1929-05-07"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp692"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>nicht, dass ich das hin nehme. Ich tu natürlich, als ob ich diese Reise
      <lb n="02"/>ganz belanglos fände, denn sie muss nicht wissen, wie ich leide. Eine
      <lb n="03"/>sehr reizvolle, originelle Person, aber ich traue ihr nicht. Sie sagte:
      <lb n="04"/>»Warum sind Sie nur so bescheiden? Er soll Gott danken, dass er
      <lb n="05"/>sie hat«. Sie sagte auch, wie merkwürdig sie es gefunden hat, dass er
      <lb n="06"/>seinerzeit die grossen Seereisen mit Lili und nicht mit mir gemacht
      <lb n="07"/>hat. Eigentlich recht unschön von ihr dieses Aufhetzen, aber ich bin
      <lb n="08"/>dadurch innerlich ruhiger geworden, denn ich sehe erst recht, wie
      <lb n="09"/>gut ich mich zu A. benehme und immer benommen habe. Es war ja nicht
      <lb n="10"/>vorbedacht von mir, es kam eben <hi rend="underline" n="">so</hi> wahrscheinlich, – weil ich ihn lieb
      <lb n="11"/>habe.
      <lb n="12" type="paragraph-begin"/>5.5. Gestern Abend noch im Kino bei »Jungfrau von Orleans«. Originelle
      <lb n="13"/>Filmregie, aber unerträglich. A. hatte unaufhörlich Magenbeschwerden.
      <lb n="14"/>Ich dachte jeden Augenblick, dass wir fortgehen müssen. A. dabei so
      <lb n="15"/>liebevoll wie lange nicht, von einer schrankenlosen Zärtlichkeit.
      <lb n="16"/>Er wird damit nicht erreichen, dass ich anders denke, anders empfinde,
      <lb n="17"/>aber ich lasse es mir nicht anmerken.
      <lb n="18" type="paragraph-begin"/>Den ganzen Vormittag im Garten verbracht. Ich habe das Frühlingwerden
      <lb n="19"/>nie so nah erlebt. Ich bin wie berauscht, alle Bäume sind in Blüte.
      <lb n="20"/>Am Abend etwas melancholischer Spaziergang mit A. Wundervolles Wetter.
      <lb n="21"/>Dieser plötzliche Frühling greift ans Herz.
      <lb n="22" type="paragraph-begin"/>7.5. Vormittag Stadt. Im Dorotheum meine versetzte Unr prolongiert. Mittag
      <lb n="23"/>A. bei mir nach der Generalprobe von »Puppenspieler«. Er ist so lieb
      <lb n="24"/>und zärtlich wie seit Jahren nicht. Aber ich bin so verschreckt. Was
      <lb n="25"/>soll man denn noch glauben? Ich wünschte, er wäre schon gesund vom
      <lb n="26"/>Wörthersee zurück. A. sagte: »Heute sind es 75 Monate, dass wir uns
      <lb n="27"/>den ersten Kuss gaben.« Ach, wie viel Leid liegt in diesen Jahren
      <lb n="28"/>und wie leicht wollte ich unsere Beziehung anfangs nehmen. Ich glaube,
      <lb n="29"/>wir würden jetzt sehr glücklich sein, wenn uns die O. nur in Ruhe</p></div></body></text></TEI>