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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 9. Oktober 1928</title><title type="alternative" when-iso="1928-10-09"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
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                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
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                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
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                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp600"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>An A.S.,Berlin.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Wien, 9. Oktober 1928.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Liebster,
      <lb n="04" type="paragraph-begin"/>heute Früh kam Deine Karte und Mittag fand ich Deinen lieben
      <lb n="05"/>Brief vor, als ich von meinen diversen Gängen heimkam. Zu berichten wä¬
      <lb n="06"/>re in erster Linie, dass mich Baumeister Siebert, den ich gestern auf¬
      <lb n="07"/>suchte, eben anrief und mir die Wohnung Ecke Hasenauerstrasse und
      <lb n="08"/>Hochschulstrasse antrug, die ich mir letzthin am Sonntag Vormittag,
      <lb n="09"/>wie Du Dich erinnern wirst, flüchtig ansah und davonging, weil sie
      <lb n="10"/>400 S. monatlich kosten sollte. Er glaubt, dass sie jetzt um 300 S. zu
      <lb n="11"/>haben wäre. Ich sehe sie mir jedesfalls morgen Vormittag noch an
      <lb n="12"/>und bitte Dich vielleicht mich Donnerstag Früh anzurufen, damit man
      <lb n="13"/>darüber sprechen kann. Du sagtest damals, die Lage sei vielleicht lär¬
      <lb n="14"/>mend, aber das kann doch nur an schönen Sonnerabenden in Betracht kommen
      <lb n="15"/>wo man ja selbst nicht schläft. Auf den ersten Blick hat mir die Woh¬
      <lb n="16"/>nung damals sehr gefallen, aber vielleicht hat sie auf den zweiten
      <lb n="17"/>Blick grosse Fehler. Vederemo! Ich kann mich nur überzeugen, ob sie
      <lb n="18"/>gut und preiswert ist, Du musst mir dann sagen, ob Du dafür oder dagegen
      <lb n="19"/>bist. Ueberlegen kann man es sich natürlich nicht lang.
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>Denk Dir, als ich gestern Mittag heimkam, war ich in recht
      <lb n="21"/>trübseliger Stimmung, denn ich war stundenlang herumgelaufen, um eine
      <lb n="22"/>alte Perlennadel zu verkaufen und hatte sie schliesslich ebenso wie
      <lb n="23"/>mein goldenes Armband (nicht das, was ich von Dir hab natürlich) im
      <lb n="24"/>Dorotheum versetzt. Zuletzt verkaufte ich ein Opalringerl meiner Mut¬
      <lb n="25"/>ter, das sie als Mädchen trug mit schwerem Herzen um 40 S. So war ich
      <lb n="26"/>doch für die nächsten Tage gedeckt, denn ich besass nur noch 30 S. und
      <lb n="27"/>keine Einnahmen vor 1. November. Ich tröstete mich mit dem Gedanken,
      <lb n="28"/>dass Opale angeblich Unglück bringen und es vielleicht gut ist, wenn
      <lb n="29"/>er fort kommt. Kaum war ich zuhause, rief mich meine Schwägerin Hedwig
      <lb n="30"/>an und sagte mir, ich solle es ihr und mir nicht schwer machen, sie
      <lb n="31"/>weiss, ich bin durch den Auszug der Mieter in einer bösen Situation und</p></div></body></text></TEI>