<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="ckp598.xml" xml:base="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp" prev="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp597.xml" next="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp599.xml"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title level="s">Clara Katharina Pollaczek: »Arthur Schnitzler und
                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 5.–9. Oktober 1928</title><title type="alternative" when-iso="1928-10-05"/><title type="alternative" when-iso="1928-10-06"/><title type="alternative" when-iso="1928-10-07"/><title type="alternative" when-iso="1928-10-09"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
                                            das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und
                                            zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.</p><p>Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen
                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
                                            folgenden Bedingungen:</p><p>Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und
                                            Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und
                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
                                            werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht,
                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
                                            solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder
                                            soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und
                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
                                            Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle
                                            Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen.
                                            Es können beispielsweise andere Rechte wie
                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
                                            die Ihre Nutzung des Materials entsprechend
                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp598"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>Trotz späterer grosser Zärtlichkeit von seiner Seite kam keine rich¬
      <lb n="02"/>tige Stimmung mehr zwischen uns auf.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/><date>6.10.</date> A. um 5 Uhr abgereist. Ich raffte mich aus einer geradezu ver¬
      <lb n="04"/>zweifelten Stimmung auf und ging zu Tante Clara. Tante Sidonie, alle
      <lb n="05"/>Cousinen dort, man beglückwünschte mich zu den »Lasttieren«, die in
      <lb n="06"/>der Neuen Freien Presse erscheinen.
      <lb n="07" type="paragraph-begin"/><date>7.10.</date> Hofrätin Z. ruft mich an, ladet mich für nächsten Sonntag ein.
      <lb n="08"/>Ihre Schwester Clemenceau und Painlevé kommen aus Paris. Sie er¬
      <lb n="09"/>zählt mir von dem neuesten Skandal der O. in Berlin. Die O. hätte
      <lb n="10"/>ihre Wohnung von der Schauspielerin Salmanova gekauft, die sehr arm
      <lb n="11"/>ist und ihr 3000 Mark Angabe gegeben. Jetzt weigert sie sich den ver¬
      <lb n="12"/>einbarten <hi rend="underline" n="">Rest</hi> von 3000 Mark zu zahlen und droht, die Salmanova anzu¬
      <lb n="13"/>zeigen, da der Wohnungsverkauf gesetzlich nicht gestattet ist. Die
      <lb n="14"/>Terwin hat es der Hofrätin erzählt und erklärt, die O. werde in Berlin
      <lb n="15"/>boykottiert, da das aufgelegter Betrug ist. Ich für meinen Teil
      <lb n="16"/>glaube weder der Terwin, noch der Salmanova, noch der O. Alles Komödian¬
      <lb n="17"/>tenpack. Aber A. wird es wieder Geld kosten. Seine Schuld.
      <lb n="18" type="paragraph-begin"/><date>9.10.</date> Gestern den ganzen Vormittag in der Stadt herumgelaufen, etwas
      <lb n="19"/>Schmuck verkaufen. Hab schliesslich eine Perle und ein Armband im
      <lb n="20"/>Dorotheum versetzt und ein altes Opalringerl meiner Mutter unter
      <lb n="21"/>Thränen um 40 S. verkauft. Als ich heimkam, rief mich Hedwig an, ich
      <lb n="22"/>soll es ihr und mir nicht schwer machen, sie hat mir einen Betrag an¬
      <lb n="23"/>gewiesen, der mir über die nächsten Wochen hinweghelfen soll. Zuerst
      <lb n="24"/>wolte ich durchaus nicht, aber sie machte mir ein Nein unmöglich. Und
      <lb n="25"/>ich bin ihr viel lieber dankbar als A. Wie gut ist es doch, diese
      <lb n="26"/>drückendsten Sorgen los zu sein und wie froh bin ich nichts von A.
      <lb n="27"/>genommen zu haben.–Brief von ihm. Er hat gleich am ersten Abend
      <lb n="28"/>das neue Stück O. und Heini vorgelesen. – - Sehr wichtig, dass <hi rend="underline" n="">sie</hi> dabei war</p></div></body></text></TEI>