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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 3.–8. August 1928</title><title type="alternative" when-iso="1928-08-03"/><title type="alternative" when-iso="1928-08-04"/><title type="alternative" when-iso="1928-08-05"/><title type="alternative" when-iso="1928-08-06"/><title type="alternative" when-iso="1928-08-08"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp564"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>3.8. Die ganze Nacht kein Auge geschlossen. Fühle mich elend. Um
      <lb n="02"/>½11 mit O.'s gütiger Zustimmung bei A. Ergreifendes Wiedersehen.
      <lb n="03"/>Sein Schmerz zerreisst mir das Herz, aber sein Verhalten gegen mich ist
      <lb n="04"/>so verletzend, dass ich alle Kraft aufbieten muss, nicht fortzulaufen.
      <lb n="05"/>Während er meine Hände küsst und sie streichelt, erzählt er, dass er
      <lb n="06"/>noch mit Heini in die Berge gehen will und O. auch hinkommt. Diese
      <lb n="07"/>Schwäche, diese Feigheit! Irgendwo fühle ich mich bei all dem
      <lb n="08"/>grenzenlosen Mitleid mit ihm, angeekelt. All dieses Lawieren mit Gefüh¬
      <lb n="09"/>len, Erotik, falschen Einstellungen, kein grades Empfinden. Darüber ist
      <lb n="10"/>auch dieses Kind zugrunde gegangen.
      <lb n="11" type="paragraph-begin"/>Irgendwo hat er auch den Wunsch nach einer Annäherung zwischen der O. und
      <lb n="12"/>mir und ich war schon bereit sie heute Mittag zu erwarten. Dann fürchte¬
      <lb n="13"/>te er sich wieder vor einer Szene und meinte vielleicht nächstens.
      <lb n="14"/>Wozu überhaupt? Zwischen ihr und mir eine Welt. Nie können wir uns
      <lb n="15"/>ehrlich die Hände reichen.
      <lb n="16" type="paragraph-begin"/>4.8. Abend. Bei Frieda. Viel gesprochen. Er will durchaus, dass ich mich
      <lb n="17"/>erholen fahre. Ich weigere mich. Eigenes Geld habe ich nicht, und seines
      <lb n="18"/>will ich nicht.–Mittag die Kinder bei mir.
      <lb n="19" type="paragraph-begin"/>5.8. Melancholischer Spaziergang mit ihm im Prater.
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>6.8. Ich bin mit meinen Nerven fertig. Debatten via Frieda. Er erklärt,
      <lb n="21"/>er liebt nicht, braucht mich, wenn ich ihn verlasse, geht er an dem Konflikt
      <lb n="22"/>zugrunde. Alma M., seine Schwester Gisa, Dora M. aus Berlin bei ihm und
      <lb n="23"/>ich soll ruhig zusehen und warten.
      <lb n="24" type="paragraph-begin"/>Und keine Antwort von Ullstein. Geld! Wie nötig wäre das jetzt. Den
      <lb n="25"/>ganzen Vormittag in der Stadt zwei antike Fächer zu verkaufen versucht.
      <lb n="26"/>Umsonst.
      <lb n="27" type="paragraph-begin"/>8.8. Vormittag mit A. im Dornbacher Park. Singende Kinder zogen vorbei.
      <lb n="28"/>Er weinte und ich weinte mit ihm. Und doch ist Erbitterung in mir ge¬
      <lb n="29"/>gen dieses 18jährige Wesen, das zu gar nichts taugte. Interessant, ja -</p></div></body></text></TEI>