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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 27. Juli 1928</title><title type="alternative" when-iso="1928-07-27"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp560"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Freitag Abend 27.7.1928. Wien
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Mein Liebstes, was würde ich darum geben, wenn das Entsetzliche nicht
      <lb n="03"/>wahr wäre, was würde ich darum geben, wenn ich in dieser furchtbaren
      <lb n="04"/>Nacht wenigstens bei Dir sein könnte. Deinen Kopf in meine Arme
      <lb n="05"/>nehmen und Dich streicheln dürfte. Wie unsinnig ist es, dass ich in
      <lb n="06"/>diesen schwersten Stunden Deines Lebens nicht bei Dir sein kann. Ich
      <lb n="07"/>weiss, mein Liebstes, dass auch ich Dir nicht helfen kann das Schreck¬
      <lb n="08"/>liche zu tragen und meine ganze grosse Liebe nicht. Aber ich könnte
      <lb n="09"/>mich doch wenigstens um Dich kümmern, um Dich sorgen, einfach für Dich
      <lb n="10"/>da sein. Ich bin gerade von der Frieda nachhause gekommen, als sie
      <lb n="11"/>mich anrief, um mir Dein Telegramm mitzuteilen. Sobald ich dazu fähig
      <lb n="12"/>war bin ich aufs Telegrammamt gelaufen. Nun sitz ich hier allein und
      <lb n="13"/>alle meine Gedanken sind bei Dir und ich weine mit Dir um dieses
      <lb n="14"/>arme Kind.
      <lb n="15" type="paragraph-begin"/>Wenn Du mich brauchen kannst, wenn ich Dir nur ein klein wenig nützen
      <lb n="16"/>könnte, dann lass mich zu Dir kommen. Ich habe schon heute Nachmittag,
      <lb n="17"/>ehe zu Frieda fuhr, meinen Pass zu Enit gegeben und bekomme ihn
      <lb n="18"/>morgen um 3 Uhr. Aber ich tue nichts ohne Deinen Willen, wenn mich
      <lb n="19"/>auch alles zu Dir treibt.
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>Glaub mir, es ist furchtbar bitter so dasitzen zu müssen, ohnmächtig
      <lb n="21"/>gegen das Schicksal, das den teuersten und geliebtesten Menschen
      <lb n="22"/>trifft und nichts, gar nicht für ihn tun können. Alles was ich da
      <lb n="23"/>hin schreibe erscheint mir läppisch und nichtssagend gegen das, was
      <lb n="24"/>ich fühle und Dir geben möchte. Ich bitte Dich Liebstes, bleib gesund
      <lb n="25"/>für <supplied>D</supplied>eine Arbeit und auch ein klein wenig für mich. Ich küsse tau¬
      <lb n="26"/>sendmal Deine Augen, Deine Stirne, Deine Hände.
      <lb n="27" type="paragraph-begin"/>Deine Cl.K.</p></div></body></text></TEI>