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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 22. Oktober 1927</title><title type="alternative" when-iso="1927-10-22"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp488"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>tend machte ist wo<supplied>h</supplied>l ein meilenweiter Unterschied.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Du findest es wünschenswert dass die O. dich besucht wenn sie in
      <lb n="03"/>Wien ist, – gut, – aber dann eben <hi rend="underline" n="">wie ein Gast</hi> den man fallweise gerne
      <lb n="04"/>spricht, bei <hi rend="underline" n="">dir zu Hause fühlen</hi>, müsste <hi rend="underline" n="">ich</hi> mich. Wäre dies der Fall
      <lb n="05"/>dann würde es mich auch nicht stören wenn du gelegentlich die Mutter
      <lb n="06"/>deiner Kinder bei dir siehst. Heute fühle ich mich fremd <hi rend="underline" n="">bei</hi> Dir <hi rend="underline" n="">mit</hi>
      <lb n="07"/>dir.
      <lb n="08" type="paragraph-begin"/>Hier sei es klar und deutlich gesagt, um allen Mis<supplied>s</supplied>verständnissen für
      <lb n="09"/>heut und immer vorzubeugen; der Gedanke an eine Ehe mit dir ist mir nie
      <lb n="10"/>gekommen, ist mir immer völlig fern gelegen und ist mir mindestens so
      <lb n="11"/>widerwärtig wie dir und ebenso ein dauerndes Zusammensein unter einem
      <lb n="12"/>Dach. Aber wenn ich dir weiter Freundin und Geliebte sein soll dann muss
      <lb n="13"/>mir unsre Beziehung endlich eine Art Heimath bedeuten eine Zuflucht aus allen Sor¬
      <lb n="14"/>gen und Kümmernissen des Lebens. Du musst mich eben so gerne bei dir
      <lb n="15"/>sehen wie ich dich bei mir. Ich gehe sehr gerne aus einer guten Stim¬
      <lb n="16"/>mung heraus mit dir aus,– ins Theater, ins Kino etc. aber wir sind bei
      <lb n="17"/>beide nicht jung genug, unser Zusammensein hauptsächlich darauf einzu¬
      <lb n="18"/>stellen. Und ein Zusammensein unter meinem oder deinem Dach darf auch
      <lb n="19"/>nicht wie bisher den Stempel eines festgelegten Programmes in sich tra¬
      <lb n="20"/>gen. Man kommet zusammen weil man sich lieb hat weiI man gerne zusammen
      <lb n="21"/>ist und lässt alle Möglichkeiten offen. -
      <lb n="22" type="paragraph-begin"/>Und an unseren Zusammenkünften dürfte sich eben nichts ändern, ob nun
      <lb n="23"/>deine Kinder oder deine geschiedene Frau wieder nach Wien kommen sollte
      <lb n="24"/>Du kannst dich ruhig auf meinen Takt verlassen, dass ich mich ganz von
      <lb n="25"/>selbst zurückziehen werde, wenn deine Kinder da sind, und nicht gera<supplied>de</supplied>
      <lb n="26"/>dann werde kommen wollen, wenn die O. angesagt ist.
      <lb n="27" type="paragraph-begin"/>Ich begreife auch sehr gut, dass du stille einsame Abende und auch 
      <lb n="28"/>andere Menschen brauchst und ich möchte es für mich selbst ja auch nicht
      <lb n="29"/>anders. Ich glaube man sollte vor allem gut zu einander sein, dann
      <lb n="30"/>könnte noch alles gut werden.</p></div></body></text></TEI>