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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 13. August 1927</title><title type="alternative" when-iso="1927-08-13"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp451"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Schloss Neudorf, 13.8.1927.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>An A.S. nach Campiglio.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Liebster,
      <lb n="04" type="paragraph-begin"/>wie Dir meine Karte, die ich in Wildon in den Kasten steckte,
      <lb n="05"/>schon gemedelt haben wird, bin ich gestern wohlbehalten hier angelangt.
      <lb n="06"/>Komisch ist, dass man bei der Hamburg-Amerika-Linie die von <hi rend="underline" n="">Dir</hi> ange¬
      <lb n="07"/>gebene Verbindung hartnäckig bestritten hat und man auch hier im Hause,
      <lb n="08"/>trotz jahrelanger Frequenz dieser Strecke nicht wusste, dass man um 11
      <lb n="09"/>Uhr von Wien fortfahren und um 5 Uhr hier sein kann. Allerdings muss
      <lb n="10"/>man in Bruck umsteigen.
      <lb n="11" type="paragraph-begin"/>Ein Wagen mit Miss Grace (die 30 Jahre hier im Hause ist)
      <lb n="12"/>erwartete mich und wir fuhren ¾ Stunden zwischen Wiesen und Feldern
      <lb n="13"/>und einem schon sehr grau verhangenen Himmel zum Schloss, das mich
      <lb n="14"/>gleich wieder mit seinem alten, unerhörten Zauber umfing. Es ist son¬
      <lb n="15"/>derbar, eine wie starke künstlerische und suggestive Wirkung Architektur
      <lb n="16"/>von je her auf mich macht. Die toten Mauern beleben sich für mich, wer¬
      <lb n="17"/>den Schauplatz von Geschehnissen und Möglichkeiten und auf einer Brücke,
      <lb n="18"/>die sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart bildet, huschen phantasti¬
      <lb n="19"/>sche Gestalten hin und her.
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>Das Schloss ist in den 6 Jahren, die ich nicht da war, na¬
      <lb n="21"/>hezu ganz neu eingerichtet worden, da bei dem Hausherrn eine Aversion
      <lb n="22"/>gegen Antiquitäten besteht. Aber die modernen Möbel, die unglaublich ge¬
      <lb n="23"/>schickt gewählt oder richtiger den Räumen angepasst sind, wirken gar
      <lb n="24"/>nicht störend, sondern selbstverständlich. Ich werde Dir darüber viel zu
      <lb n="25"/>erzählen haben. Peinlich und unbequem sind nach wie vor die hygieni¬
      <lb n="26"/>schen Einrichtungen. Die Hausleute und ebenso die verheiratete Haustoch¬
      <lb n="27"/>ter haben an ihre Schlafzimmer angrenzend fabelhafte Bade-Toilette¬
      <lb n="28"/>räume. Für die Gäste aber existiert ein gemeinsamer solcher Raum, der
      <lb n="29"/>z.B. von meinem, sonst geradezu entzückenden Zimmer durch zahllose Kreuz¬
      <lb n="30"/>gänge, Stufen, Türen etc. erreichbar ist und noch dazu verirrt man sich immer
      <lb n="31"/>am Weg.</p></div></body></text></TEI>