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                                    ich«</title><title level="a">Arthur Schnitzler an Clara Katharina Pollaczek, 27. April 1927</title><title type="alternative" when-iso="1927-04-27"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp434"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Venedig, 27.4.1927.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Mein Liebes, Du weisst ja sehr gut, dass ich O. schon vor Wochen
      <lb n="03"/>gesagt, sie habe Frau K. alles Häusliche zu überlassen und meines
      <lb n="04"/>Wissens ist seither auch nichts geschehen, was einen Uebergriff be-
      <lb n="05"/>deutet und Frau K. hätte verletzen können; und wenn ich ihr nicht
      <lb n="06"/>immer wiederhole, was sie selbst sehr genau weiss, und insbesondere
      <lb n="07"/>keinen Grund sehe ihr gegenüber die Natur meiner Beziehungen zu Dir
      <lb n="08"/>zu betonen, <hi rend="underline" n="">über die sie nicht im geringsten Zweifel schwebt</hi>, so ist
      <lb n="09"/>das keineswegs »Schwäche«, wie Du es zu nennen beliebst, sondern die
      <lb n="10"/>Empfindung der vollkommenen Ueberflüssigkeit solcher Constatierungen,
      <lb n="11"/>die ihr auch in der gröbsten Form keine Neuigkeit bedeuten
      <lb n="12"/>würden. Sie weiss ganz genau, wie ich zu ihr und wie ich zu Dir
      <lb n="13"/>stehe; alles übrige lass meine Sorge sein. Wenn unter den gegenwär-
      <lb n="14"/>tigen Umständen ihre Besuche in meinem Hause häufiger waren und
      <lb n="15"/>sind, so ist das doch wahrhaftig zu natürlich, als dass daraus immer
      <lb n="16"/>wieder Depressionen für Dich resultieren sollten; und es wird in
      <lb n="17"/>der nächsten Zeit gar nicht anders möglich sein als dass eingehende
      <lb n="18"/>Besprechungen zwischen ihr und mir stattfinden werden, über deren
      <lb n="19"/>Länge, Zahl und Ort Du Dich bei einiger Einsicht hoffentlich nicht
      <lb n="20"/>irritieren wirst. Denn ich habe heute bereits hier in Venedig eine
      <lb n="21"/>Wohnung für Lili vom 15. Juni an gemietet (unter Assistenz und mit
      <lb n="22"/>sehr lebhafter Zustimmung von Alma und ihrer Mutter, die uns mit Rat
      <lb n="23"/>und Tat zur Seite gestanden sind); die Hochzeit wird voraussichtlich
      <lb n="24"/>schon in der zweiten Hälfte Juni stattfinden und es wird in der kurzen
      <lb n="25"/>Zeit viel zu besprechen und in jeder Art vorzubereiten sein, worin
      <lb n="26"/>ich nicht immer wieder durch völlig unbegründete Empfindlichkeit
      <lb n="27"/>Deinerseits ennerviert werden möchte. Glaube mir, die ganze
      <lb n="28"/>Angelegenheit ist weder innerlich noch äusserlich besonders leicht
      <lb n="29"/>für mich; es darf und müsste nicht Confliktstoff aus Eifersüchte-
      <lb n="30"/>leien entstehen, zu denen, wenn überhaupt, nur äussere Ursachen Anlass
      <lb n="31"/>geben, – die nun einmal bei der äusseren Constellation momentan nicht
      <lb n="32"/>aus der Welt zu schaffen sind.</p></div></body></text></TEI>