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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 24.–25.4.1927</title><title type="alternative" when-iso="1927-04-25"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp428"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>nisvolle Seele zu finden. Ich antwortete nun
      <lb n="02"/>nicht und sie solle sich doch an <hi rend="underline" n="">Dich</hi> wenden, aber sie meinte, sie will
      <lb n="03"/>Dich nicht aufregen, Du ärgerst Dich so schon genug über die O. und es
      <lb n="04"/>nütze ja nichts, denn Du bist doch viel zu schwach ihr gegenüber. Wenn
      <lb n="05"/>es aber so bleibe, dann gehe sie, denn sie mag in keinem Haus sein, in
      <lb n="06"/>dem eine Frau ist.
      <lb n="07" type="paragraph-begin"/>Wie mir zumute war und ist brauche ich Dir wohl nicht
      <lb n="08"/>erst zu sagen. Du kannst Dir meine Empfindungen vorstellen. Ich hätte
      <lb n="09"/>Dir gerne diese Mitteilungen erspart, aber erstens wäre es unaufrichtig
      <lb n="10"/>sie für mich zu behalten und zweitens musst Du endlich einsehen, dass
      <lb n="11"/>etwas zu geschehen hat. Gut, Du kannst ihr nicht den Aufenthalt in Wien
      <lb n="12"/>verbieten. Du sollst ihr ja auch nicht die Besuche bei ihrer Tochter
      <lb n="13"/>untersagen, aber Du kannst ihr doch energisch erklären: »Komm zu Dei¬
      <lb n="14"/>ner Tochter so oft Du willst, ich – mein Haus, meine Wirtschaft gehen
      <lb n="15"/>Dich nichts an. Wenn ich die Intervention einer Frau brauche, so steht
      <lb n="16"/>mir eine andere näher, im übrigen ist ja Frau Kl. dazu da.<supplied>«</supplied>
      <lb n="17" type="paragraph-begin"/>Du siehst doch selbst, dass O. sich heute Dinge traut,
      <lb n="18"/>die sie in all den Jahren nicht gewagt hat und dass sie das Gefühl
      <lb n="19"/>haben muss sich trauen zu dürfen. Ist aber ihr Verhalten für
      <lb n="20"/>Frau Kl. verletzend, was ist es dann erst für mich? Fühlst Du denn
      <lb n="21"/>nicht, Du grosser Menschenkenner, was dieses Ignorieren meiner Existenz
      <lb n="22"/>bedeutet, was sie damit ausdrücken und bezwecken will?
      <lb n="23" type="paragraph-begin"/>Hier wurde der Brief durch Besuche unterbrochen.
      <lb n="24" type="paragraph-begin"/>25.4.27.
      <lb n="25" type="paragraph-begin"/>Die Nacht war wieder nicht gut. Heute Früh kam Dein
      <lb n="26"/>Brief vom 23. Du missverstehst mich sehr. Ich bin nicht so dumm zu
      <lb n="27"/>glauben, dass man von seelischen Erschütterungen Gallensteine bekommt,
      <lb n="28"/>dass sie aber meine Nerven zerrütten, Anfälle begünstigen und mein
      <lb n="29"/>Allgemeinbefinden schädigen, steht äusser jeder Frage.</p></div></body></text></TEI>