<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="ckp422.xml" xml:base="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp" prev="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp421.xml" next="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp423.xml"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title level="s">Clara Katharina Pollaczek: »Arthur Schnitzler und
                                    ich«</title><title level="a">Arthur Schnitzler an Clara Katharina Pollaczek, 21. April 1927</title><title type="alternative" when-iso="1927-04-21"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
                                            das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und
                                            zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.</p><p>Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen
                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
                                            folgenden Bedingungen:</p><p>Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und
                                            Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und
                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
                                            werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht,
                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
                                            solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder
                                            soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und
                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
                                            Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle
                                            Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen.
                                            Es können beispielsweise andere Rechte wie
                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
                                            die Ihre Nutzung des Materials entsprechend
                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp422"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>½3, Begegnung mit Moll, der Franz Werfel (den wir nicht mehr sahen) auf
      <lb n="02"/>die Bahn begleitet hatte. In der Gondel durch Traumkanäle zum Hotel.
      <lb n="03"/>Nationalfeiertag; Venice endimanché. Die Zimmer wie schon gesagt von
      <lb n="04"/>mässiger Comfortabilität, aber in gutem Stand. -Verspätetes Mittagessen
      <lb n="05"/>zu Dritt auf der Terrasse des Restaurants. Ausruhen; Spaziergang zu
      <lb n="06"/>Dritt Markusplatz, Riva u. s. w. – Schon in der Dunkelheit mit A.C. in sei¬
      <lb n="07"/>nem Kommando, sein wohlgehaltenes Bureau; im Schreibtisch Lilis Briefe: -
      <lb n="08"/>und ein Stück, dass er vor 10 Jahren geschrieben, das er mir übergab
      <lb n="09"/>(eine Art Arnoldoiade wie es scheint). -Abendessen im Hotel; über allerlei
      <lb n="10"/>Nächst- und Nächstliegendes. -Er möchte Mitte Juni nach Wien reisen und
      <lb n="11"/>schon verheiratet mit Lili nach Venedig zurückkehren, eventuell proviso¬
      <lb n="12"/>risch möbliert wohnen, da anderes vor Herbst kaum bezogen werden könnte.
      <lb n="13"/>Wir verstanden uns wieder sehr gut. Später sassen wir wieder, wie nicht
      <lb n="14"/>anders möglich auf dem Markusplatz; – vor ½11 aber war ich mit Lili zu¬
      <lb n="15"/>haus und trotz der unvermeidlichen Kopfschmerzen schlief ich wie auf
      <lb n="16"/>Reisen üblich meine 7 Stunden durch.–Heute Vormittag zuerst allein spa
      <lb n="17"/>zieren, dann zu Dritt herum, denn in einem sehr echten venzianischen Re-
      <lb n="18"/>staurant, A.C.'s Stammbeiselino, gespeist »Giorgone« – bei uns heisst
      <lb n="19"/>sowas Pilsenetzer oder Silberner Brunnen,– aber nicht Zum Holbein
      <lb n="20"/>oder Zum Waldmüller.–Dann in seine Kaserne, ehemaliges Jesuitenkloster,
      <lb n="21"/>und sein Wohnzimmer besehen;- eine geräumige, hübsch gehaltene
      <lb n="22"/>ehemalige Mönchszelle; – die meisten stehen leer; – alles ist im Umbau
      <lb n="23"/>begriffen. Das Bild seiner Schwester, die Grete Jacques zum Verwechseln
      <lb n="24"/>ähnlich sieht; – die Ansichtskarte unseres Sternwartehauses, eines von
      <lb n="25"/>ihm selbst in Knabenzeit gemaltes Aquarell -Landschaft mit
      <lb n="26"/>dem Elternhaus nahe Florenz etc. Wir begleiteten ihn zubseinem Kom-
      <lb n="27"/>mando, das am andern Ende der Stadt gegenüber dem Hotel Regina nahe
      <lb n="28"/>von unserm Hotel liegt. – Und nun schreibe ich Dir in meinem Hotel-
      <lb n="29"/>zimmer; auf der Terrasse gegenüber arbeitet der Steindrucker mit einem
      <lb n="30"/>Gehilfen und über den Holzzaun hängen unbegreifliche blaue Papier-</p></div></body></text></TEI>