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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 2. Januar 1927</title><title type="alternative" when-iso="1927-01-02"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
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                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
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                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
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                                            soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und
                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
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                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp415"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>A.S. nach Berlin.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>2.1.27. Wien.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Liebster,
      <lb n="04" type="paragraph-begin"/>das werden wohl die letzten Zeilen sein, die ich Dir nach
      <lb n="05"/>Berlin sende. Und da heute Sonntag ist werde ich sie erst morgen Montag
      <lb n="06"/>in der Früh absenden.
      <lb n="07" type="paragraph-begin"/>Wir haben uns eben telefonisch gesprochen und irgend etwas
      <lb n="08"/>im Nachgeschmack dieses Gesprächs macht mich nachdenklich. Du hast mir
      <lb n="09"/>glaube ich <hi rend="underline" n="">die theoretische Klarheit menschlicher Beziehungen</hi> vorgehal¬
      <lb n="10"/>ten, wenn nicht, als eine <hi rend="underline" n="">unrichtige</hi> Einstellung <hi rend="underline" n="">meines</hi> Wesens <hi rend="underline" n="">vorgewor¬</hi>
      <lb n="11"/><hi rend="underline" n="">fen</hi>; eine Beziehung unklar, unrein machen (was eigentlich gleichbedeutend
      <lb n="12"/>wäre) kann Jeder, es hat dies nicht nur mit dem <hi rend="underline" n="">Wesen</hi>, sondern auch mit
      <lb n="13"/>dem <hi rend="underline" n="">Willen</hi> zu tun. Wenn ich die Nase in den Regen hinausstecke, so
      <lb n="14"/>darf es mich nicht wundern, wenn sie nass wird. Auch ich könnte in Ver¬
      <lb n="15"/>wirrungen und Unaufrichtigkeiten geraten, aber ich würde mir über die¬
      <lb n="16"/>sen Zustand klar sein und ihn auch dem andern Teil klar machen, wenn
      <lb n="17"/>ich dazu Veranlassung habe. Ich glaube, ich kann viel besser lügen und
      <lb n="18"/>unwahr sein als Andere wenn ich es einmal <hi rend="underline" n="">will</hi>. Und eben darum <hi rend="underline" n="">will</hi> ich
      <lb n="19"/>nicht.
      <lb n="20" type="paragraph-begin"/>Du sagst immer, ich missverstehe Dein Wesen. Ich glaube, dass
      <lb n="21"/>niemand Dein Wesen, Dich, Deine Arbeit so gut versteht als ich. Aber
      <lb n="22"/>eben deshalb finde ich diese gewisse Männchen-Eitelkeit und dieses Spiel
      <lb n="23"/>mit der Freiheit so unwürdig. Wir sind ja Beide Gottlob vollkommen frei
      <lb n="24"/>und die Gebundenheit ist eben ein freiwilliges Gefühl, ist – Liebe. Die¬
      <lb n="25"/>se Gebundenheit soll man heilig halten, so lange eben die Bindung, die
      <lb n="26"/>Liebe vorhanden ist. Eine andere gibt es nicht in meinen Augen. Aber
      <lb n="27"/>ein sich selbst und den Andern Beweisen-Wollen, dass man frei ist, heisst
      <lb n="28"/>beweisen wollen, dass es mit der Liebe nicht so weit her ist. Liebe
      <lb n="29"/>ist eben ein ganz grosses Format, das Verkleinerungen nicht verträgt -
      <lb n="30"/>es kommt dann immer etwas Missglücktes und Verzerrtes heraus.
      <lb n="31" type="paragraph-begin"/>Ich versichere Dich, ich würde es auch ganz gut treffen die</p></div></body></text></TEI>