<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="ckp413.xml" xml:base="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp" prev="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp412.xml" next="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp414.xml"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title level="s">Clara Katharina Pollaczek: »Arthur Schnitzler und
                                    ich«</title><title level="a">Arthur Schnitzler an Clara Katharina Pollaczek, 1. Januar 1927</title><title type="alternative" when-iso="1927-01-01"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
                                            das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und
                                            zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.</p><p>Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen
                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
                                            folgenden Bedingungen:</p><p>Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und
                                            Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und
                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
                                            werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht,
                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
                                            solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder
                                            soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und
                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
                                            Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle
                                            Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen.
                                            Es können beispielsweise andere Rechte wie
                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
                                            die Ihre Nutzung des Materials entsprechend
                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp413"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Sonntag, 1.1.1927. Berlin.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Hotel Esplanade.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Mein Liebes, heute Früh kam Dein verstimmter Brief, den ich gleich mit
      <lb n="04"/>einer Depesche beantwortet habe, eben dein besser gelaunter, der auch
      <lb n="05"/>meine Stimmung gebessert hat. Ich will dir nur – ehe Herr Fleck er¬
      <lb n="06"/>scheint, mit dem ich mich über sein Liebelei-Scenarium zu unterhalten
      <lb n="07"/>habe, von gestern berichten. Vormittag im Fischer-Bureau, nur mit ihm
      <lb n="08"/>sehr freundschaftlich gesprochen. Er bittet dich ihm den Roman persön¬
      <lb n="09"/>lich zu schicken. Er wird ihn gleich lesen (du nimmst dieses gleich
      <lb n="10"/>hoffentlich nicht gar zu wörtlich). Zu Tisch war ich bei Paul Goldmann,
      <lb n="11"/>Frau und Tochter, zusammen mit Paul Marx. P. G. ist übel auf die Neue
      <lb n="12"/>freie Presse zu reden und kennt die dortige Wirtschaft. Vorher ein son¬
      <lb n="13"/>derbarer Zufall: ich gehe durch die Kurfürstenstrasse (zum ersten Mal
      <lb n="14"/>in meinemLeben) – begegne einer Dame, die mich an Fräulein Soltau erin¬
      <lb n="15"/>nert; – meine Gedanken gehen weiter über die Schicksale der »Therese«
      <lb n="16"/>wieder zu Fräulein Soltau; – ich denke eben an ihr altjüngferlich ver¬
      <lb n="17"/>grämtes Gesicht mit sozusagen sozial-literarischer Anteilnahme – da
      <lb n="18"/>steht sie leibhaftig vor mir – zu kurzem Aufenthalt in Berlin,vor ei¬
      <lb n="19"/>ner Stellung in Hamburg (allerdings kommen auf einen solchen Fall ei¬
      <lb n="20"/>nige Millionen andere, in denen man den Leuten, an die man eben denkt,
      <lb n="21"/>nicht begegnet). Abend bei Michaelis, wo ausser mir nur Fischer und Frau
      <lb n="22"/>(er würde gerne Else und Frau des Richters, die auch er – nicht einmal
      <lb n="23"/>dem <hi rend="underline" n="">Namen nach</hi> kennt!! – in seinen Verlag übernehmen). Dann noch zu Lucy,
      <lb n="24"/>wo Heini und Fehling. Ich spielte Walzer, Heini Bach und Händel, womit wir
      <lb n="25"/>ins neue Jahr eingingen. Um zwei ins Bett.–
      <lb n="26" type="paragraph-begin"/>Heute Vormittag mit Heini nach Zehlendorf, Steinrück, seine charmante Frau
      <lb n="27"/>und zwei Mädeln 4 und 2 Jahre alt, Barbara und Ursula.– Mit Heini im Hotel
      <lb n="28"/>gegessen. St. musste (Nachmittag) Volpone spielen, er ist auch für den
      <lb n="29"/>Liebelei-Film engagiert, um – einen überflüssigen Herrn am Grabe Fritzens
      <lb n="30"/>zu mimen und damit er auf dem Zettel steht). Herr Schröder hat tele¬
      <lb n="31"/>graphiert, dass er erst Dienstag kommen kann; ich habe ihn für Dienstag
      <lb n="32"/>Vormittag bestellt. Am Abend will ich nach Wien reisen.– Heute Abend</p></div></body></text></TEI>