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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 27. Juli 1926</title><title type="alternative" when-iso="1926-07-27"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp346"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>tert von der »Else« – Uebersetzung, die er mir um ½12 Uhr zur Gutruf
      <lb n="02"/>bringt. Ich übernehme nur das Heft und gehe meiner Wege, da ich Besor¬
      <lb n="03"/>gungen und keinerlei Lust zu einem Bummel habe. Meine Stimmung ist über¬
      <lb n="04"/>haupt, wohl auch im Zusammenhang mit physischen Unbehagen nicht die beste.
      <lb n="05"/>Der Abreisende hat es übrigens immer leichter – Abwechslung, Bewegung,
      <lb n="06"/>neue Eindrücke, andere Menschen. Ich bleibe in dem gewohnten Rahmen zu¬
      <lb n="07"/>rück, dem sozusagen der »tägliche Glanz« fehlt. Möchtest Du mir nicht
      <lb n="08"/>auch mal so was Nettes sagen?
      <lb n="09" type="paragraph-begin"/>Heute Abend nachtmahlen meine Söhne bei mir. Ich hab meine
      <lb n="10"/>Kinder, weiss Gott, sehr gern und war nie eine schlechte Mutter, aber man
      <lb n="11"/>ist schliesslich doch nur für die Kinder da, wenn sie einen brauchen, sie
      <lb n="12"/>nie für einen.–Heute ist Carly ein Brief von der Magda viel wichtiger
      <lb n="13"/>als ich und ich verstehe es.
      <lb n="14" type="paragraph-begin"/>Den »Laudin« habe ich gestern noch begonnen und bis S. 60
      <lb n="15"/>gelesen. Wenn mir auch bisher keine einzige Figur sympathisch oder in¬
      <lb n="16"/>teressant erscheint, das Abendgespräch der zwei kleinen Töchter von ei¬
      <lb n="17"/>ner unglaublichen Unnatur ist so ist doch die Begabung und das Niveau
      <lb n="18"/>turmhoch über Raoul A. zu stellen, dessen Roman mir täglich zuwiderer
      <lb n="19"/>wird. Nun aber ist dieser erste Brief wirklich unglauplich lang ge¬
      <lb n="20"/>worden. Antwort mir gleich, denn wenn ich in die Schweiz fahre, schreibe
      <lb n="21"/>ich gleich nach Erhalt Deiner Antwort an das Hotel Gotthard nach Zürich,
      <lb n="22"/>wenn nicht schreibe ich den P 's. ab und setze mich gleich mit Golling in
      <lb n="23"/>Verbindung. Natürlich haben Sparmassregeln nur dann einen Sinn, wenn sie
      <lb n="24"/>von allen Beteiligten ergriffen werden, denn sonst ist der Unterschied
      <lb n="25"/>ein zu geringfügiger. Ich möchte gerne alle Sorgen und Unannehmlichkeiten
      <lb n="26"/>von Dir nehmen und wenn Du Dich immer <hi rend="underline" n="">vorher</hi> mit mir beraten wolltest,
      <lb n="27"/>ginge es auch. Nun Lebwohl, mein Kind, ich küsse Dich von ganzem Herzen.
      <lb n="28" type="paragraph-begin"/>Deine
      <lb n="29" type="paragraph-begin"/>C.K.</p></div></body></text></TEI>