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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 14. August 1925</title><title type="alternative" when-iso="1925-08-14"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp257"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Tagebuch-Auszug Riva 1925
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Riva, 14.8.1925.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Heute Früh hat mich Carry nach 12tägigen Zusammensein verlassen. Sein
      <lb n="04"/>Urlaub ist zu Ende und er fährt über Madonna heim nach Wien. Wie
      <lb n="05"/>gern hätte ich den lieben Buben noch länger hier gehabt. Nun bin
      <lb n="06"/>Ich ganz allein und warte auf das Wiedersehen mit A. Gestern kam
      <lb n="07"/>ein Telegramm von ihm, ich soll in Riva seine Nachricht abwarten
      <lb n="08"/>und er hoffe mich Montag in Bozen wiederzusehen. Ohne dieses Tele¬
      <lb n="09"/>gramm wäre ich mit Carry nach Madonna hinauf und einstweilen dort
      <lb n="10"/>geblieben. Diese Reise nach Riva ist eine Hochstapelei von Carry
      <lb n="11"/>und mir gewesen, denn sie ist gar nicht im Rahmen unserer Ver-
      <lb n="12"/>hältnisse. Aber der Bub sollte die wenigen Tage wirklich geniessen,
      <lb n="13"/>etwas Neues sehen und ich wollte gern mit ihm zusammensein, weil wir
      <lb n="14"/>ja den ganzen Winter nicht unter einem Dach gelebt haben. Es war ein
      <lb n="15"/>harter Winter (im Hotel Regina). Auch mit A. gab es tiefgehende
      <lb n="16"/>Differenzen und es ist eigentlich merkwürdig, dass wir über diese
      <lb n="17"/>mehr zu einander gefunden haben denn je. Ich schreibe das ungern
      <lb n="18"/>nieder, denn ich fürchte das »Verrufen« und ich weiss ja auch, dass
      <lb n="19"/>es immer wieder Differenzen zwischen uns geben wird. Das liegt in
      <lb n="20"/>der ganzen Situation, in der lächerlichen Stellungnahme dieser Frau,
      <lb n="21"/>in seinem Wesen und in meiner Empfindlichkeit. Aber unsere gemein¬
      <lb n="22"/>same Reise im Juni war schön (über diese Zeit führte ich ein kurzes
      <lb n="23"/>Reisetagebuch), aber noch viel schöner die Zeit, wo ich im Cottage,
      <lb n="24"/>in der Pension Kremer in seiner Nähe wohnte. Es ist immer die glück¬
      <lb n="25"/>lichste Zeit, wenn er allein in seiner Villa ist und Lilly bei ihrer
      <lb n="26"/>Mutter. Wir waren fast täglich zusammen, ich war viel bei ihm, was im
      <lb n="27"/>Winter immer mit Peinlichkeiten verbunden ist. Da waren zwei Mond¬
      <lb n="28"/>scheinnächte, die in der Geschichte dieser Liebe ruhen, wie Perlen in
      <lb n="29"/>einer Muschel.
      <lb n="30" type="paragraph-begin"/>Am Abend vor meiner Abreise blieb ich bei ihm zum Abend¬</p></div></body></text></TEI>