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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 6. August 1925</title><title type="alternative" when-iso="1925-08-06"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp232"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Riva, 6.8.1925.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Hotel Lido Palace.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>An A.S. nach Karerpass-Hotel.
      <lb n="04" type="paragraph-begin"/>Mein Liebstes, es ist 7 Uhr Früh, ich bin gerade aufgewacht und fange
      <lb n="05"/>gleich an Dir zu schreiben, denn es wird wohl wieder ein langer Brief
      <lb n="06"/>werden. Du bist sicher auch schon auf und schaust beim Coupéfenster
      <lb n="07"/>hinaus. Ich hoffe, Du hast gut und bequem geschlafen.
      <lb n="08" type="paragraph-begin"/>Ich wünschte sehr heute endlich von Dir zu hören, denn
      <lb n="09"/>es ist ein sonderbares Gefühl so gar nichts von einander zu wissen,
      <lb n="10"/>wenn man gewohnt war sich täglich zu sprechen, wenn nicht zu sehen.
      <lb n="11" type="paragraph-begin"/>Nun will ich Dir aber meine weiteren Eindrücke und
      <lb n="12"/>Erlebnisse von Riva schildern. Gestern spät aufgestanden, erst um
      <lb n="13"/>½ 10 gefühstückt, dann Kellermanns »Schwedenkl<supplied>ee</supplied>« zu lesen be-
      <lb n="14"/>gonnen (begeistert mich nicht). Um 11 Uhr im Badeanzug und Badecape
      <lb n="15"/>mit Cary in die Badeanstalt gewandert und dort eine halbe Stunde in
      <lb n="16"/>der Sonne gelegen, um mich durchwärmen zu lassen. Das Wasser hatte
      <lb n="17"/>15 Grad und unter 17 gehe ich wohl kaum hinein. Die Anstalt ist
      <lb n="18"/>übrigens höchst unsympathisch, sehr klein, so dass man in allzu nahe
      <lb n="19"/>Berührung mit all den Grauslichkeiten kommt. Einen Badestrand oder
      <lb n="20"/>so etwas ähnliches gibt es nicht. Wenn ich an das schöne Bad von
      <lb n="21"/>Brioni denke, an die Terrassen, auf denen man dort herum lag. Also
      <lb n="22"/>ich sonnte mich, angeekelt von der Umgebung, aber in dem weitaus
      <lb n="23"/>schönsten Badeanzug neben Cary. Dann kleideten wir uns an gingen zu
      <lb n="24"/>Tisch, ruhten uns vom Nichtstun aus und machten, um 3 Uhr einen wun-
      <lb n="25"/>d ervollen Autoausflug im Gesellschaftsauto, der mich in bekannte Gegen-
      <lb n="26"/>den führte: über Castello d'Arco, Castello di Grena, Madruzzo nach
      <lb n="27"/>Castello Toblino. Castello Toblino ist aber nicht mehr Hotel, sondern 
      <lb n="28"/>in Privatbesitz übergegangen und der Eintritt strengstens verboten.
      <lb n="29"/>Wir haben daher in einem kleinen Beisel in Sarche schlechten Kaffee
      <lb n="30"/>getrunken. Die Fahrt, die Landschaft – waren wirklich wundervoll und
      <lb n="31"/>Cary war sehr entzückt. Für mich wurde die Gegenwart zu einer starken,
      <lb n="32"/>lebendigen Erinnerung.</p></div></body></text></TEI>