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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 5. Februar 1925</title><title type="alternative" when-iso="1925-02-05"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
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                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
                                            folgenden Bedingungen:</p><p>Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und
                                            Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und
                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
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                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
                                            solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder
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                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
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                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
                                            die Ihre Nutzung des Materials entsprechend
                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp182"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Wien, 5.2.192[5]. Hotel Regina.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>(nach Wien)
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Liebster Freund – damit Du siehst, dass ich nicht so ganz unge¬
      <lb n="04"/>schickt bin, schreibe ich Dir einen Brief auf meiner lieben
      <lb n="05"/>Schreibmaschine. Ich mache aber noch sehr viele Fehler und ich
      <lb n="06"/>bitte Dich mich nicht auszulachen. Ich freue mich sehr, dass Du
      <lb n="07"/>heute zu mir kommst, aber das ist auch alles, was mich freut und
      <lb n="08"/>ich zerplatze beinahe vor Sehnsucht nach Zerstreuungen und angeneh¬
      <lb n="09"/>men Sensationen.
      <lb n="10" type="paragraph-begin"/>Du glaubst, ich müsste mich in eine Arbeit oder in ein Buch ver¬
      <lb n="11"/>tiefen, aber ich habe Dir vor zwei Jahren gesagt, dass ich kein in¬
      <lb n="12"/>tellektuelles Weib bin. Ich liebe das Leben und die Liebe und
      <lb n="13"/>Sonne und Wald und Luft und Wandern und Ruhn und Heiterkeit und
      <lb n="14"/>Lachen. Das Lachen liebe ich besonders, aber ich habe es schon
      <lb n="15"/>verlernt – - Ich glaube, ich empfinde alles sehr stark, was gut
      <lb n="16"/>und schön ist und auch alles, was traurig oder kränkend ist.
      <lb n="17"/>Und habe ich viele Eindrücke empfangen, so setzen sie sich dann in
      <lb n="18"/>irgend eine Form um, die nach einer Aeusserung sucht und diese
      <lb n="19"/>Aeusserungen sind seit meinem 7.Lebensjahr immer kleine Dichtun¬
      <lb n="20"/>gen gewesen. Sicher Bedürfnis – Veranlagung, aber nie Zuflucht oder
      <lb n="21"/>gar – - Fleiss oder Urgend ein Ehrgeiz, womit ich aber nicht sagen
      <lb n="22"/>will, dass mir irgend ein wirklicher Erfolg nicht eine riesige Freude
      <lb n="23"/>wäre. Aber – immer ist mir das Leben wichtiger und alles was mir
      <lb n="24"/>gerade das Leben bedeutet. Eine Arbeit wird bei mir vom Leben aus¬
      <lb n="25"/>gelöst, aber sie kann mir nie Ersatz bedeuten. Ich glaube nicht,
      <lb n="26"/>dass ich übertrieben vergnügungssüchtig bin und ich kenne auch
      <lb n="27"/>den Reiz einsamer Stunden, aber wenn man so eingeengt lebt in je¬
      <lb n="28"/>der Beziehung wie ich seit vielen Wochen, ersehnt man alles eher
      <lb n="29"/>als Einsamkeit – und jetzt brauche ich alles eher als literari¬
      <lb n="30"/>sche Betätigung. Ja, Liebster, ich bin kein intellektuelles Weib -
      <lb n="31"/>und als ich Dir das vor zwei Jahren sagte, da riefst Du: »<hi rend="underline" n="">Gott sei</hi></p></div></body></text></TEI>