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                                    ich«</title><title level="a">Arthur Schnitzler an Clara Katharina Pollaczek, 18. Januar 1925</title><title type="alternative" when-iso="1925-01-18"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
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                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp166"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Zürich, 18.1.1925.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>(nach Wien, Hotel Regina)
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Liebste – von Bern aus schrieb ich Dir den letzten Brief und vor der
      <lb n="04"/>Vorlesung, am Tag vorher glaub ich. So wil ich denn vor allem chronolo¬
      <lb n="05"/>gisch berichten: Am 15. Vormittag war ich bei Holzapfel (Panideal),
      <lb n="06"/>dem Philosophen, der hier in mässigen Verhältnissen und mit krankem
      <lb n="07"/>Herzen lebt. Wir hatten uns seit 12 oder 14 Jahren nicht gesehen. Seine
      <lb n="08"/>Frau (des Philosophen Gomperz Tochter) nahm eine Weile am Gespräch
      <lb n="09"/>theil. (Ueber liberalismus, Menschen jener Zeit, – Schweizer Zustände) -
      <lb n="10"/>Mittag im Hotel mit Dr. <hi rend="underline" n="">Landolt</hi>, sieht aus wie ein 17jähriger Wander¬
      <lb n="11"/>bursch. Dann in der Halle mit Sektionschef <hi rend="underline" n="">Schüller</hi>, der hier zu einer
      <lb n="12"/>Konferenz ist, dem Gesandten (Dipauli) und einigen Herren von der Ge¬
      <lb n="13"/>sandtschaft, sowie Baron <hi rend="underline" n="">Hennet</hi> (den ich von der Hofrätin aus gut kenne).
      <lb n="14"/>Sehr optimistische Aeusserungen des Gesandten (typisch österreichischer
      <lb n="15"/>Aristokrat) von der guten Sorte, etwas zu charmant). Dann sprach ich
      <lb n="16"/>Frl. <hi rend="underline" n="">Bardach</hi> (?); die s.Z.<hi rend="underline" n="">Briefe von Ibsen</hi> an sie herausgegeben hat.
      <lb n="17"/>Ibsen nannte sie den Sonnenstrahl eines Herbstabends, uns so nannte
      <lb n="18"/>sie sich auch so. Ich lernte sie s.Z. (vor 12 Jahren etwa) in <hi rend="underline" n="">Garmisch</hi>
      <lb n="19"/>kennen – da war sie dick und hysterisch; – jetzt ist sie hysterisch und
      <lb n="20"/>mager; – denn sie bringt sich durch Lektionengeben mühselig fort. Auch
      <lb n="21"/>hat sie im Kino Klavier gespielt – aber sie verkehrt in der »société«
      <lb n="22"/>in Bern und der Baron Dupauli nimmt sich ihrer an. (Im Grund eine lite¬
      <lb n="23"/>rarische Wiener Jüdin, auf die der Provinzerotiker Ibsen hinein¬
      <lb n="24"/>zufallen nicht ermangelte.) Jetzt möchte sie das Buch neu herausgeben -
      <lb n="25"/>(ein paar Seiten im ganzen) – ein bischen unerträglich und ein bischen
      <lb n="26"/>rührend.–Spaziergang mit Dr. Landoldt in den alten Strassen und zum
      <lb n="27"/>Bärenzwinger. -
      <lb n="28" type="paragraph-begin"/>Vorlesung im Casino; Saal für 4-500 Menschen, ganz gefüllt, las:
      <lb n="29"/>Dreifache Warnung, Letzte Masken, Kakadu; – wirkte sehr. (Fand erhebliche
      <lb n="30"/>Schlampereien im Kakadu). Dann Abend der »Freien Studentenschaft«
      <lb n="31"/>(schauen anders aus wie unsere Hakenkreuzler und unsere Communisten -</p></div></body></text></TEI>