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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 14. August 1924</title><title type="alternative" when-iso="1924-08-14"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp142"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Seelisberg, 14.8.1924.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Liebster. Ich habe heute um ½2 Uhr versucht Dich anzurufen, da ich nicht
      <lb n="03"/>sicher war, dass mein Brief mit der Bitte mich anzurufen heute schon dort
      <lb n="04"/>eingetroffen ist und ich gerne Deine Entschlüsse kennen wollte.
      <lb n="05" type="paragraph-begin"/>Da ich Deinen gestrigen Zeilen, die ich heute Früh erhielte, entnommen
      <lb n="06"/>habe, dass Du gestern in Zuoz warst, – dachte ich, daß Du heute bei dem
      <lb n="07"/>elenden Wetter in Celerina geblieben sein wirst. Aber ich hatte mich ge¬
      <lb n="08"/>irrt und so liess ich Dich bitten mich am Abend zwischen 8 und 10 anzu¬
      <lb n="09"/>rufen, wo ich in erreichbarer Nähe des Telefens bin. Das Hin und Her¬
      <lb n="10"/>schreiben dauert so lang und ich will wissen, woran ich bin. Hier ist
      <lb n="11"/>es zum Auswachsen. Ein einziger Tag war schön, sonst immer Regen. Wenn
      <lb n="12"/>ich allein sein will sitze ich in meinem winzigen Zimmerl und friere.
      <lb n="13"/>Ansonsten bin ich in einem Kreis von dummen Weibern, sitze mit ihnen
      <lb n="14"/>in der Halle oder kriech ums Hotel herum. Ich höre so viel von Hals¬
      <lb n="15"/>weh. Bauchweh, Kongestionen u.s.w. dass ich immer Angst hab auch noch
      <lb n="16"/>krank zu werden. In meinem Zimmer lese, schreibe, schlafe ich, aber das
      <lb n="17"/>könnte ich auch in Wien tun, dazu musste ich nicht in die Schweiz.-
      <lb n="18"/>Nein mein Kind, meine Gefühle irren nie. Ich weiss schon, dass Du mich
      <lb n="19"/>sehr lieb hast, aber irgendwie fehlt es Dir immer an Kraft und Entschlos¬
      <lb n="20"/>senheit. Du hast eine Art zu lavieren, die mich immer wieder entfremdet
      <lb n="21"/>und ich verliere das Gefühl der Zugehörigkeit, das oft schon so stark in
      <lb n="22"/>mir war.
      <lb n="23" type="paragraph-begin"/>Ich hoffe, wenn ich Deine liebe Stimme heute Abend wieder höre diese
      <lb n="24"/>Empfindung des Fernseins ein wenig zu verlieren.-
      <lb n="25" type="paragraph-begin"/>Eben kam Hermine mich bitten, ich soll mit ihr spazieren gehen,– sie hat
      <lb n="26"/>sich gerade wiegen lassen, konstatierte, dass sie 4 Kilo zugenommen hat
      <lb n="27"/>und behauptet durch ihre Dicke nicht mehr atmen zu können. Ich tat ihr
      <lb n="28"/>den Gefallen, trotzdem es schüttete. Aber nach einer halben Stunde fing sie
      <lb n="29"/>an zu stöhnen und wir gingen wieder heim. So beende ich rasch diese
      <lb n="30"/>Zeilen, ehe ich mich zum Abendessen unkleide. Ich bin neugierig, ob Du
      <lb n="31"/>mich anrufst. Jedesfalls will ich hier Sonntag, <hi rend="underline" n="">allerspätestens</hi> Montag</p></div></body></text></TEI>