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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 9. August 1924</title><title type="alternative" when-iso="1924-08-09"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
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                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp130"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>der und Deutsche
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Ich würde mir den Aufenthalt hier sicher nicht aussuchen. Aber ich
      <lb n="03"/>werde jedesfalls die 8-10 Tage hier bleiben, denn zum Ausruhn und Er¬
      <lb n="04"/>holen wird es ganz gut sein und mit dem Herumsuchen vertut man nur
      <lb n="05"/>Zeit, Nerven und Geld.
      <lb n="06" type="paragraph-begin"/>Ich lebe hier auch recht billig. Mein Zimmer ist viel kleiner und ein¬
      <lb n="07"/>facher als in Ragatz, aber doch bedeutend besser als Hotel National. Sehr
      <lb n="08"/>sauber, ohne jede Aussicht und ich zahle nur 12 Francs im Tag. Das Essen
      <lb n="09"/>ist auf derselben Stufe wie in Hof Regatz. Mit Pontresina nicht in
      <lb n="10"/>einem Atem zu nennen. P.'s verstehn ja nichts. Es ist gewiss nicht
      <lb n="11"/>schlecht, aber zur Begeisterung kein Anlass.
      <lb n="12" type="paragraph-begin"/>Am Abend sang in der Halle ein russischer Sänger sehr nett allerhand
      <lb n="13"/>Volkslieder. Ich versteckte mich hinter einer Säule, um der P.-Gesell¬
      <lb n="14"/>schaft zu entgehen und hörte zu. Beim Fortgehen musste ich aber doch
      <lb n="15"/>an ihnen vorbei, wurde vorgestellt und musste mich eine Weile zu ihnen
      <lb n="16"/>setzen. Baron Haymerle sprach gleich von meinem Film, sagte, er sei sehr
      <lb n="17"/>gut, aber nicht, was für Amerika verkäuflich sei. Dort will man jetzt
      <lb n="18"/>nur Moral und Sentimentalitäten, je blöder desto besser. »Liane« ist
      <lb n="19"/>sehr herzig, aber wirkt doch flitscherlhaft. Asta Nilsen oder Erna
      <lb n="20"/>Morena würden mich mehr interessieren. Ansonsten gehören zur P.-Gesell¬
      <lb n="21"/>schaft eine grässliche Schwester der Hermine mit zwei miesen Kindern,
      <lb n="22"/>eine sehr mindere Frau Stein und eine arische Frau Weiss, die mir aber
      <lb n="23"/>dadurch nicht besser gefällt.
      <lb n="24" type="paragraph-begin"/>Jetzt hoffe ich mich zu einem einsamen Spaziergang fortzustehlen. Nach¬
      <lb n="25"/>mittag muss ich viele Briefe schreiben, an Cary, von dem ich hier Tele¬
      <lb n="26"/>gramm und zwei lange Briefe bekommen habe, an Emmy nach Gamming und di-
      <lb n="27"/>verse Ansichtskarten.
      <lb n="28" type="paragraph-begin"/>Ich kann mir die »technischen« Gründe nicht erklären, aus denen Lili
      <lb n="29"/>nicht mit ihrer Mutter reist, habe aber merkwürdigerweise geahnt, dass</p></div></body></text></TEI>