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                                    ich«</title><title level="a">Arthur Schnitzler an Clara Katharina Pollaczek, 8. August 1924</title><title type="alternative" when-iso="1924-08-08"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp127"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Celerina (nach Se[e]lisberg)
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>8.8.1924. Früh.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Mein sehr Liebes, alles verlief bisher programmgemäss. In Chur, Stein¬
      <lb n="04"/>bock, Forelle und Omelette. Zimmerschwierigkeiten. Nach Thusis tele¬
      <lb n="05"/>foniert; desgleichen. Nach ½6 kam der Zug aus Baden-Baden an brachte
      <lb n="06"/>nur O.; – Lili war aus gewissen technischen Gründen mit Salzens vor
      <lb n="07"/>drei Tagen vorausgefahren; – O. war sehr einverstanden gleich weiter
      <lb n="08"/>zu reisen; – trotz erheblicher Rekonvalescentenmattigkeit Gespräch
      <lb n="09"/>über die Erkrankung und alles was damit zusammenhängt; über die Kinder.
      <lb n="10"/>Keine Frage (und auch nicht das geringste Interesse) woher ich kam
      <lb n="11"/>der Fahrt. So kam ich denn für meinen Teil mit einstündiger Verspä¬
      <lb n="12"/>tung in Celerina an; – ein Zimmer war bereit (das Hotel Überfüllt) -
      <lb n="13"/>ganz nach meinem Geschmack; der Direktor (ich könnte ihn nicht schöner
      <lb n="14"/>dichten) hatte sogar für einen zweiten Tisch gesorgt.–Beiläufige Toi¬
      <lb n="15"/>lette – im Speisesaal ganz allein (zur Abwechslung) eine Forelle (für
      <lb n="16"/>eine Familie ausreichend, aber ich erledigte sie spielend – es waren
      <lb n="17"/>übrigens zwei Forellen); und ein Emmenthaler in Schweizerhaus-Vor¬
      <lb n="18"/>trefflichkeit – die Bar – (auch das gibts) -wo Smokings wimmeln,– ein
      <lb n="19"/>junger Herr aus Prag bestellt mir einen Gruss seiner Mutter, die in
      <lb n="20"/>Cresta Kulm wohnt (Bekannte von circa dreissig Jahren her, Direktor
      <lb n="21"/>Ziegler). Ich blättere in dem (übrigens völlig leeren) Lesesaal in
      <lb n="22"/>französischen Zeitungen, entdecke, dass in der [L']Illust[r]ation der Roman
      <lb n="23"/>von Paul Zifferer..Kaiserstadt, übersetzt von Marcel Dunan erscheint
      <lb n="24"/>(Z. Presseattaché unserer Gesandtschaft in Paris..an der Quelle sass
      <lb n="25"/>der Knabe...) und lese einen chauvenistischen Artikel des alten
      <lb n="26"/>Paul Bourget, der kaum mehr in den Krieg wird müssen) über ein
      <lb n="27"/>Kriegstagebuch des jungen Barres. Hoffnungslos.
      <lb n="28" type="paragraph-begin"/>Ganz gut geschlafen, allzu viel etwas wirr geträumt, von Beer-Hofmann;
      <lb n="29"/>fremder Stadt, Gersthof, Traumway-Nachlaufen u.s.w.-
      <lb n="30" type="paragraph-begin"/>Regen, auffallend warm. Köstliches Frühstück in dem neuen getäfelten
      <lb n="31"/>Frühstücksaal. Aber ich bin gar nicht so gefrässig, als es nach diesen
      <lb n="32"/>Brief den Anschein hat.</p></div></body></text></TEI>