<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="ckp117.xml" xml:base="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp" prev="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp116.xml" next="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp118.xml"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title level="s">Clara Katharina Pollaczek: »Arthur Schnitzler und
                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 1. Juli 1924</title><title type="alternative" when-iso="1924-07-01"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
                                            das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und
                                            zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.</p><p>Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen
                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
                                            folgenden Bedingungen:</p><p>Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und
                                            Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und
                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
                                            werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht,
                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
                                            solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder
                                            soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und
                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
                                            Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle
                                            Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen.
                                            Es können beispielsweise andere Rechte wie
                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
                                            die Ihre Nutzung des Materials entsprechend
                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp117"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Wien, 1. Juli 1924.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Liebster Freund. Dem gestrigen ermüdend schwülen Tag ist heute ein
      <lb n="03"/>trüber regnerischer gefolgt und ich habe beschlossen gar nicht aus¬
      <lb n="04"/>zugehen. So habe ich Zeit zu schreiben.
      <lb n="05" type="paragraph-begin"/>Dank für Deine Samstag-Zeilen, die ich gestern erhielt und mühsam ent¬
      <lb n="06"/>zifferte. Leider steht nichts von all dem drin, was ich wissen möchte -
      <lb n="07"/>weder von äusseren Eindrücken noch von inneren Vorgängen. Und dann:
      <lb n="08"/>»Il y des mots – c'est a cause de mots, que l'on aime«. So steht ge¬
      <lb n="09"/>schrieben in »Histoire d'une Marie de Baillou[«] und ich denke, dass Du
      <lb n="10"/>diesen Satz und mich verstehst. Dies ist aber nicht das einzige
      <lb n="11"/>Buch, das ich Deiner Bibliothek entnommen habe. Bitte sei nicht böse!
      <lb n="12"/>Fräulein P. brachte mir auf meine Bitten mit einigen Widerstreben
      <lb n="13"/>»Les lettres à une étrangères. Es ist bestimat bei Dir, ehe Du zurück
      <lb n="14"/>bist. Uebrigens bin ich gestraft. Ich fand einige Stellen von Dir an¬
      <lb n="15"/>gestrichen, die mich sehr quälen, aber fragen werde ich erst mündlich.-
      <lb n="16"/>Die Briefe sind übrigens so unerhört schön, dass ich alles andere
      <lb n="17"/>fortgelegt habe und nichts anderes lese. Es ist übrigens gar nicht
      <lb n="18"/>richtig, dass er sie nie gesehen hat. Er hat jede Möglichkeit ausge-
      <lb n="19"/>nützt, um mit ihr zusammen zu sein und sie hatte einen Mann und lebte
      <lb n="20"/>in einem andern Land und ich habe das Gefühl, dass sie diese grosse
      <lb n="21"/>Liebe gar nicht wert war. Aber vielleicht irre ich mich.
      <lb n="22" type="paragraph-begin"/>Nun will ich aber von den vergangenen Tagen nachtragen. Sonntag Vormit-
      <lb n="23"/>tag am Friedhof, dann bei meinem Bruder Otto zu Tisch, dann zum Thee
      <lb n="24"/>bei Emmy Erlanger, wo auch Lotte Menasse war. Wir haben uns gegenseitig
      <lb n="25"/>von unseren pekuniären Sorgen erzählt- es war nicht sehr heiter. Um
      <lb n="26"/>½ 9 war ich zuhause und habe lang gelesen. Gestern Vormittag geschäft¬
      <lb n="27"/>liche Unterredung mit meinem Bruder und Biedermann-Bank. Dann rasch
      <lb n="28"/>wieder nachhause, wo gestern der Vacuum Cleaner arbeitete. Um 4 Uhr
      <lb n="29"/>kam Frl.P., der ich die letzten 5 Gedichte zum Abschreiben übergab.
      <lb n="30"/>Während ihrer Anwesenheit rief ich Paul W. an, der mir aber sagte, er
      <lb n="31"/>wisse selbst nichts über das Nichterscheinen der Gedichte und habe</p></div></body></text></TEI>