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                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 27. Juni 1924</title><title type="alternative" when-iso="1924-06-27"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp109"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Wien, 27. Juni 1924  7 Uhr Abend.
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Geliebter Freund. Du bist kaum einen Tag fort und es gibt schon so
      <lb n="03"/>eine Menge zu erzählen, dass ich gleich heute damit beginne, so dass
      <lb n="04"/>der Brief fertig ist, wenn Dein Telegramm kommt und ich ihn gleich ab-
      <lb n="05"/>senden kann.
      <lb n="06" type="paragraph-begin"/>Der gestrige Familienabend war farblos und langweilig,ich war müde
      <lb n="07"/>und hielt mich mühsam bis 12 Uhr aufrecht. Das heutige Erwachen war
      <lb n="08"/>nicht sehr heiter, da mir gleich einfiel, dass Du mich nicht anrufen
      <lb n="09"/>wirst. Diese Gewohnheit Dir jeden Schnarrn zu berichten ist so stark
      <lb n="10"/>geworden, dass es mich fast unsicher macht nicht über alles Deine
      <lb n="11"/>Meinung zu hören.
      <lb n="12" type="paragraph-begin"/>Heute Vormittag wollte ich zuerst meinen Pass verlängern lassen, lief
      <lb n="13"/>aber entsetzt davon, als ich eine nach Hunderten zählende Menge antraf.
      <lb n="14"/>Entweder ich muss mich nächstens um 7 Uhr Früh auf den Weg machen
      <lb n="15"/>oder einen kostspieligen Schleichweg suchen. Von dort begab
      <lb n="16"/>ich mich zu Frau Rundt, die besonders liebenswürdig war, mir aber sagte,
      <lb n="17"/>es sei ganz sinnlos Frau Heller aufzusuchen, da diese mich auch nur
      <lb n="18"/>an Direktor Thal weisen könnte, was sie selbst besorgen wolle. Sie
      <lb n="19"/>meldete mich gleich telefonisch bei ihm an und ich ging auf ihren
      <lb n="20"/>Rat gleich zu ihm.
      <lb n="21" type="paragraph-begin"/>Er machte auf mich einen recht reservierten geschraubten Eindruck,
      <lb n="22"/>sagte, dass er die Gedichte erst sehen müsse (was doch selbstverständ¬
      <lb n="23"/>lich ist), meinte, es sei keine sehr aussichtsreiche Sache, da man das
      <lb n="24"/>Buch nur in Oesterreich in den Sukzessionsstaaten, aber sicher nicht
      <lb n="25"/>in Deutschland kaufen wird. Schliesslich verblieben wir, dass ich ihm
      <lb n="26"/>die Gedichte nächstens bringen werde. Ich weiss nicht, ob ich nicht
      <lb n="27"/>doch auch zu Frau Heller gehen werde, obwohl Frau Rundt es nicht zu
      <lb n="28"/>wünschen schien und es mir auszureden suchte. Sie frug mich übrigens,
      <lb n="29"/>warum ich mich nicht an Zsolnay wende, den der Name Géraldy locken
      <lb n="30"/>dürfte. Ich frage Dich, was Du davon hältst, da ich ohne Deine Zustim-
      <lb n="31"/>mung keinen Schritt in der Richtung tun will.</p></div></body></text></TEI>