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                                    ich«</title><title level="a">Tagebuch von Clara Katharina Pollaczek, 26. April 1924</title><title type="alternative" when-iso="1924-04-26"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
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                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
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                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp104"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>Vielleicht könnte es die Elisabeth Bergner, die wir gestern Abend
      <lb n="02"/>in »Je t'aime«, Ich liebe Dich von Sacha Guitry sahen. Aber ob sie
      <lb n="03"/>die <hi rend="underline" n="">Verse</hi> sprechen kann, ist noch die Frage. Immerhin, mich hat kaum
      <lb n="04"/>je eine Schauspielerin so ergriffen! Sie ist in ihrer Art so voll¬
      <lb n="05"/>kommen, wie die Duse es war.
      <lb n="06" type="paragraph-begin"/>Ich musste das Gespräch mit A. unterbrechen, weil Harry mich sprechen
      <lb n="07"/>wollte, der von einem Fest kam und zu einem Fest geht. Ich will A.
      <lb n="08"/>bis ich im Bett bin wieder anrufen.
      <lb n="09" type="paragraph-begin"/>Es ist ganz merkwürdig, wir sehen uns jeden zweiten Tag, sprechen uns
      <lb n="10"/>täglich 2–3 Mal telefonisch und doch sind wir uns innerlich nicht
      <lb n="11"/>so nah, als wir einander schon waren. Er leugnet es, er behauptet, ich
      <lb n="12"/>schliesse von vorübergehenden Stimmungen auf die tatsächlichen Gefüh¬
      <lb n="13"/>le. Ich glaube ja selbst, dass er mich im Grund mehr liebt als ich
      <lb n="14"/>ihn, aber ich bin eine so viel wärmere, zärtlichere Natur, dass ich mit
      <lb n="15"/>weniger Gefühl vielleicht mehr gebe, als er und vielleicht noch mehr
      <lb n="16"/>geben würde, wenn ich nicht eine Art Befangenheit ihm gegenüber hätte.
      <lb n="17" type="paragraph-begin"/>Unsere Beziehungen dauern nun über ein Jahr. Wir sind uns
      <lb n="18"/>so nahe gekommen, wie nur Menschen, die sich lieben, einander nahe kom¬
      <lb n="19"/>men können. Wir haben Stunden des schönsten und tiefsten Glück mit¬
      <lb n="20"/>einander geteilt. Ich kann mir kaum ein Leben ohne ihn mehr denken.
      <lb n="21"/>Und doch bin ich ihm manchmal so fremd, dass alles, was zwischen uns
      <lb n="22"/>war und ist, mir unwirklich erscheint und sonderbar.
      <lb n="23" type="paragraph-begin"/><date>7.5.1924.</date> Ich würde bestimmt mehr arbeiten, wenn dieses entsetzliche
      <lb n="24"/>Wetter mich nicht so deprimieren würde. Seit 14 Tagen wieder kein re¬
      <lb n="25"/>genfreier Tag. Wir haben echtes Aprilwetter und dabei kaum mehr als
      <lb n="26"/>10–12 Grad. Sonntag bin ich 3 Stunden mit A. spazieren gelaufen.
      <lb n="27"/>Zuerst schien die Sonne, dann kam ein wolkenbruchartiger Guss, dann
      <lb n="28"/>wieder ein bischen Sonne und noch einige Güsse. Es war aber trotz¬
      <lb n="29"/>dem so schön, wie es eben unter allen Umständen zu Zweit ist, wenn man
      <lb n="30"/>sich liebt.</p></div></body></text></TEI>