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                                    ich«</title><title level="a">Zwischenbemerkung, 1897–1916</title><title type="alternative" when-iso="1897-11-01"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp052"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>wurde von Beiden zu einem Besuch aufgefordert. Mehr aus Neugierde als
      <lb n="02"/>aus Bedürfnis kam es zu diesem Besuch, denn die O. hatte mir gleich bei
      <lb n="03"/>diesem ersten Zusammentreffen einen wenig sympathischen Eindruck gemacht.
      <lb n="04"/>Eine grosse, starkbusige Frau mit einem sehr weissen Ghettogesicht und
      <lb n="05"/>von unleidlicher Affektation. Mein Eindruck verbesserte sich nicht, als
      <lb n="06"/>ich in das Haus in der Sternwartestrasse kam. Sie nannte A. immer »Väter¬
      <lb n="07"/>chen« und benahm sich, als ob sie auf der Bühne Salondame spiele, aber auf
      <lb n="08"/>einer Provinzbühne. A. sah ich nur flüchtig, er schien eher zappelig
      <lb n="09"/>und wie von dem Wesen der Gattin nicht eben angenehm berührt. Entzückend
      <lb n="10"/>war die kleine Lili im schwarzen Samtkleid. Sie war – es muss im Jahre
      <lb n="11"/>1914 etwa gewesen sein – ungefähr 5 Jahre alt und glich damals sehr ihrem
      <lb n="12"/>Vater.
      <lb n="13" type="paragraph-begin"/>Der erste unbewusste Kontakt zwischen A. und mir wurde vielleicht
      <lb n="14"/>im Frühling 1915, im ersten Kriegsfrühling, hergestellt, als ich ihn zufäl¬
      <lb n="15"/>lig wieder am Graben, aber diesmal allein traf. Er sagte mir, ich sei sehr
      <lb n="16"/>schön geworden und seine Augen strahlten mich an. Ich war überrascht von
      <lb n="17"/>dem Ausdruck dieser Augen.
      <lb n="18" type="paragraph-begin"/>Im Sommer 1916 – er war mit seiner Familie in Alt-Aussee –
      <lb n="19"/>besuchte er mich ohne vorherige Ansage in Ischl, wo ich eine Sommerwohnung
      <lb n="20"/>gemietet hatte. Es waren Gäste bei mir (Thury's) und wir verabredeten,
      <lb n="21"/>dass ich ihn und seine Familie einmal in Alt-Aussee aufsuchen würde.
      <lb n="22" type="paragraph-begin"/>Als ich bald darauf mit meiner Schwägerin hinüberfuhr, verstän¬
      <lb n="23"/>digte ich ihn und seine Frau, dass ich mich freuen würde, wenn sie mich
      <lb n="24"/>beim Seewirt abholen oder treffen würden. Sie kamen auch wirklich. Die
      <lb n="25"/>O., die (sehr geschmacklos für Alt-Aussee) in eine himmelblaue Battistwol¬
      <lb n="26"/>ke mit grossem himmelblauen Hut gekleidet war, entschuldigte sich sofort
      <lb n="27"/>bei mir, sie hätte bereits eine Verabredung mit anderen Menschen, aber
      <lb n="28"/>A.S. bat mich einen Spaziergang mit ihm zu machen. Wir gingen den Prome¬
      <lb n="29"/>nadeweg nach Markt Aussee und sassen auch längere Zeit auf einer Bank. Er
      <lb n="30"/>wollte immer von mir hören, womit eigentlich mein Leben erfüllt sei und ich</p></div></body></text></TEI>