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                                    ich«</title><title level="a">Hugo von Hofmannsthal an Marianne Benedikt, 16. April 1897</title><title type="alternative" when-iso="1897-04-16"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
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                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp010"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01" type="paragraph-begin"/>An Fr. Marianne Benedikt
      <lb n="02" type="paragraph-begin"/>Hofmannsthal.
      <lb n="03" type="paragraph-begin"/>Charfreitag.
      <lb n="04" type="paragraph-begin"/>Verehrte gnädige Frau, verzeihen Sie wenn ich
      <lb n="05"/>Ihnen doch antworte, obwohl Sie es mir verboten
      <lb n="06"/>haben. Ich habe Ihre Karte zuerst zweimal gele¬
      <lb n="07"/>sen und absolut den Zusammenhang nicht verstan¬
      <lb n="08"/>den. Jetzt verstehe ich ihn natürlich schliess¬
      <lb n="09"/>lich, aber das Ganze kommt mir so widersinnig
      <lb n="10"/>vor, glücklicherweise ebenso unwahrscheinlich
      <lb n="11"/>als es unangenehm zu besprechen ist. Der Zusammen¬
      <lb n="12"/>hang ist, dass Ihr Fräulein Tochter Minnie heisst
      <lb n="13"/>und die Person in dem Buch <hi rend="underline" n="">Minni</hi>, denn dass ich
      <lb n="14"/>für Ihr Fräulein Tochter ein Gelegenheitsstück
      <lb n="15"/>geschrieben habe und für das Buch einen Prolog:
      <lb n="16"/>deshalb soll jemand glauben, dass Ihre Tochter
      <lb n="17"/>diese Sachen geschrieben hat. Aber das müsste doch
      <lb n="18"/>ein complet Verrückter sein oder jemand, der mit
      <lb n="19"/>dem Fräulein Minnie nie eine Silbe geredet hat,
      <lb n="20"/>es widerspricht doch so vollkommen ihrer Art, jedes
      <lb n="21"/>Wort davon; dann hat sie doch überhaupt nie et¬
      <lb n="22"/>was geschrieben. Dass das Buch Minni heisst, ist
      <lb n="23"/>weder dem Arthur noch mir je aufgefallen und ich
      <lb n="24"/>weiss bestimmt dass wir es vor dem Fräulein Minni
      <lb n="25"/>einmal erwähnt haben und dass es ihr nicht im ge¬
      <lb n="26"/>ringsten aufgefallen ist, obwohl ich nachher bemerkt
      <lb n="27"/>habe dass die Frau v. Sachs sie so nennt. Aber eben
      <lb n="28"/>eine solche Aehnlichkeit würde man doch zuerst
      <lb n="29"/>vermeiden. Wenn mich jemand um den Autor fragt
      <lb n="30"/>(übrigens lesen in Wien jetzt keine 20 Menschen
      <lb n="31"/>mehr die Freie Bühne) so gebe ich einfach gar keine
      <lb n="32"/>Auskunft, was ja durch die Situation vorgeschrieben
      <lb n="33"/>ist. Was die Sache selbst betrifft, so will ich
      <lb n="34"/>auch etwas sagen, weil Sie auch davon sprechen.
      <lb n="35"/>Ich habe die Vorrede geschrieben aus demselben
      <lb n="36"/>Grund, den man angeführt hat wie man mich darum ge¬
      <lb n="37"/>beten hat: nämlich weil das Buch eine Art Nachah¬
      <lb n="38"/>mung von dem »Anatol« ist und vor diesem auch ein
      <lb n="39"/>Prolog von mir steht. Ich habe damals, im Dezem¬
      <lb n="40"/>ber, die Clara Loeb vielleicht 6 oder 10 mal ge¬
      <lb n="41"/>sehen gehabt und gerad so gut gekannt wie 100</p></div></body></text></TEI>